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Filme, die jeder mag...außer ich...

Ihr kennt das. Ein Film wird gehypt. Jeder mag ihn. Ihr freut euch riesig. Ihr schaut den Streifen...und er gefällt euch nicht. Dafür gibt es diverse Gründe. Am häufigsten werden einfach im Vorfeld Erwartungen geschürt, die der Film dann letztlich gar nicht halten kann. Oft ist die Lösung des Problems einfach eine zweite Sichtung einige Zeit später. Dann weiß man was zu erwarten ist und wird nicht böse überrascht. Bei einigen Filmen funktioniert diese Vorgehensweise nicht und deshalb präsentiere ich euch heute meine Liste der Filme, die jeder liebt oder mag, außer ich...

Den Anfang macht Blade Runner. Aus meiner Sicht ein audiovisueller Höhepunkt des Science-Fiction Kinos. Die Bilder der Regen durchtränkten, dystopischen Zukunftsmetropole sind faszinierend und beeindruckend. Auch für mich. Jedoch alles andere als aufgenommen hat mich die Story des Films, samt all ihren Figuren. Weder Harrison Ford als Deckert, noch Rutger Hauer und Co. können mich überzeugen. Die Schauspieler tragen gar nicht viel zu meinem Empfinden bei, viel mehr sind es die Figuren, die sie verkörpern. Die Handlung selbst reicht mir trotz all ihrer Ebenen nicht um zwei Stunden am Ball zu bleiben.

Das Independent Drama Another Earth hat auch viele Leute begeistert. Auf Grund des Plakats und der kurzen Plotbeschreibung lieh ich mir den Film voller Vorfreude aus der Videothek aus und wurde selten so enttäuscht. Gerechnet habe ich mit einem atmosphärischen Katastrophenfilm mit Sci-Fi Elementen. Aber was bekam ich? Einen immer noch atmosphärischen Film, allerdings ohne Weltuntergang, ohne Action, ohne große Effekte. Das macht einen Film gewiss nicht schlecht, eher im Gegenteil. Zum damaligen Zeitpunkt gingen meine Erwartungen nur in die vorher beschriebene Richtung, weshalb mich der extrem depressive, dialoglastige Film überhaupt nicht überzeugen konnte. Vielleicht sieht das heute anders aus?

Ein ruhiger Film, Jim Jarmusch, Bill Murray, was kann da nicht gefallen? Sowohl die Handlung als auch die Emotionen des Films wollten sich einfach nicht auf mich übertragen. Broken Flowers zog sich zäh über die gesamte Laufzeit ohne Höhepunkte. Ziemlich schade. Vielleicht ist der Film auch einfach zum falschen Zeitpunkt in meinem Blu-Ray Player gelandet. Auch das kommt öfter und sicherlich nicht nur bei mir öfter vor. Beim zweiten Anlauf fragt man sich dann manchmal, wie man einen Film nur in Frage stellen konnte.

Viele Fans von Horror- und Science-Fiction Filmen halten Event Horizon für einen Juwelen und Geheimtipp der besagten Genre. Ich konnte mich nie mit dem Film anfreunden. Klar war der Film ziemlich brutal und hatte einige nette Settings zu bieten, aber mich konnte man damit weder ködern noch überzeugen. Event Horizon ist von der Klasse eines Alien oder The Thing Lichtjahre entfernt. Aus meiner Sicht zeigt Regisseur Paul W. S. Anderson bereits hier in welche Richtung er später mit den Resident Evil Filmen gehen sollte. Besonders im letzten Drittel bricht der Film völlig auseinander. Gute Darsteller wie Laurence Fishburne und Sam Neill agieren zusätzlich so schlecht wie nie zuvor und nie danach in einem Film.

Ich liebe Kriminalgeschichten und ich liebe sie vor allem in Form eines guten Films. Paradebeispiel für mich ist L.A. Confidential, der es locker in meine Top 100 Filme schafft. Schon vor Ewigkeiten habe ich mich in das Plakat von Chinatown verliebt. Auch der Plot klang ziemlich spannend. Etwas spät kam ich dann in den Genuss des Films und wurde mal wieder enttäuscht. Von den Kritikern und vielen Liebhabern gefeiert ließ er mich dagegen ziemlich kalt. Obwohl sowohl Nicholson als auch Dunaway toll spielen und sowohl die Optik als auch der Soundtrack stimmen, war mir das Tempo des Films zu niedrig und ich wurde einfach nicht in die Story gezogen. Man sieht zwar zu jeder Zeit, warum der Film so wichtig ist für die Filmgeschichte und man sollte ihn auf jeden Fall gesehen haben, aber mir hat er einfach nicht wirklich gefallen.

Ichi - The Killer ist längst nicht so cool wie ihr glaubt. Takashi Miike gehört sicherlich zu den besten fernöstlichen Regisseuren und hat mit Filmen wie Deadly Outlaw: Rekka, IZO, Gozu, Audition und 13 Assassins großartige Filme abgeliefert. Auch besagter Ichi wird oft als Klassiker und Meisterwerk bezeichnet. Aus meiner Sicht zu unrecht. Der Film ist viel zu lang, größtenteils langweilig, mittelmäßig inszeniert, geschmacklos. Der Film zieht sich stellenweise so in die Länge, dass man weit vor den angedachten Höhepunkten das Interesse an der Handlung verliert. Der Film ist auf keinen Fall schlecht, aber längst nicht so ein Gangster-Meisterwerk, wie oft glorifiziert wird.

Ich liebe Superhelden. Früher mochte ich Comics. Heute mag ich die passenden Verfilmungen. Ich mag Spider-Man, Batman, Superman, Green Lantern, Thor, Captain America und Co., aber die einzige Comicfigur, der einzige Superheld mit dem ich mich nie anfreunden konnte ist Iron Man. Auch die drei Filme konnten daran nichts ändern. Ich kann nachvollziehen, warum viele Leute Iron Man lieben, nur mich hat es einfach nicht gepackt.

Wahre Höllenqualen habe ich mit von Triers Melancholia durchlebt. Dabei ist sowohl der Anfang, als auch das Ende cineastisch gesehen wirklich sehenswert. Dazwischen wird mir zu viel Pseudodrama gezeigt, zu viele aufgesetzte Dialoge gesprochen, viele kleine Metaphern, die man auch deutlicher gestalten könnte, viele lange Sequenzen, die dem Zuschauer gehaltloses verkaufen wollen. "Hey, das ist typisch von Trier..." könnte man sagen. Kann man. Den Film muss man deshalb noch lange nicht begeistert aufnehmen.

Und nun zu euch. Welchen Film haltet ihr für völlig überbewertet? Bei welchen Streifen könnt ihr es absolut nicht nachvollziehen, das euer Freundeskreis so hypt und abdreht?

Christian


Kommentare:

  1. Bei Blade Runner muss ich voll zustimmen. Vielleicht liegt es aber auch gerade an dem großen Hype, dass ich letztendlich enttäuscht zurückgelassen wurde. Dass der Film das Sci-Fi und Cyberpunk Genre so entscheidend geprägt hat ist ja schön und gut, aber das muss sich ja nicht unbedingt mit dem Unterhaltungswert des Films decken.
    Der Begriff "überbewertet" ist allerdings auch immer schwierig. Ich weiß zwar wie es gemeint ist, aber im Prinzip sagt man damit ja nichts anderes als dass alle die Film xy mögen falsch liegen und nur die eigene Meinung richtig ist ;)

    Vorschlag: Mach doch auch noch eine Liste über Filme die anderen hassen und du magst, das wäre vielleicht sogar noch interessanter.

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    1. Gute Idee. Werde ich am Wochenende mal in Angriff nehmen :)

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