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Btooom! - Von Bomben und Brüsten



Sakamoto verbringt die meiste Zeit seines Lebens mit dem Videospiel "Btooom!". Als Gamer ist er passioniert und erfolgreich, in der Realität bedauernswert und unsozial. Eines Tages erwacht Sakamoto auf einer tropischen Insel. Früh erkennt Sakamoto, dass die anderen Inselbewohner ebenfalls ohne Erinnerung sind, aber vor allem ihm feindseelig gegenüber stehen. Jeder gegen Jeden. Nur einer kann überleben. Sakamoto befindet sich mitten in einer realen Version seines Lieblingsspiels "Btooom!"


"Btooom!" ist einer der neuesten Anime-Serien des erfolgreichen Studios Madhouse, das u.a. für die Umsetzungen von Death Note, Black Lagoon, Chobits und Gunslinger Girl verantwortlich ist. Dementsprechend ist die Qualität des Animes per se hochwertig. Sprich, sowohl der Zeichenstil, als auch die Gestaltung der Hintergründe und Charaktere ist ansprechend. Die schwüle Tropenstimmung ist optisch gelungen und realistisch inszeniert. Auch in den kurzen, aber actionreichen Kämpfen überzeugt die Optik des Animes. Stichwort Kampf, wie eingangs berichtet geht es in Btooom! um's nackte Überleben. Jeder kämpft in diesem brutalen Spiel für sich. Einziges Hilfsmittel sind kleine Bomben, die je nach Kandidat individualisiert ausgestattet sind. Neben Hauptfigur Sakamoto befinden sich die unterschiedlichsten Charaktere auf der Insel. U.a. ein psychopathischer Teenager, dessen cholerischer Vater, ein alter Bekannter Sakamotos, aber auch ein blondes, schüchternes Mädchen, welches dem Helden auch nicht gänzlich unbekannt ist. Bedingt durch die temporeiche Story und das muntere Sterben vieler Figuren bereits im ersten Drittel der Serie, muss man sich nicht viele Charaktere merken.

In der Charakterentwicklung liegt auch die Schwäche Btooom!'s. Zu Beginn ist man noch sehr interessiert an den Figuren, besonders an deren Hinter-/ und Beweggründen. Doch mit der Zeit steht die Kämpfe und der Überlebenskampf im Vordergrund. Es bleibt kaum Zeit zur Entwicklung. Besonders der eigentlich spannende Charakter Himiko wirkt zu Beginn mit ihrer zerbrechlichen Art und ihren anfänglichen Erlebnissen prädesziniert für eine tolle Entwicklung, verkommt im Laufe der Handlung aber nur noch zum Love Interest und zur Stichwortgeberin Sakamotos. Himiko ist auch für den Etchi Faktor der Serie zuständig. Ihre überdimensionalen Brüste stehen nicht selten im Mittelpunkt einer Szene. Wie immer - fragwürdig, aber auch ein traditioneller Bestandteil der Anime- und Mangakultur. Auch Sakamoto selbst wirkt zum Ende der ersten Staffel nahezu unverwundbar. Natürlich fiebert man mit den beiden bis zum Ende mit, die Vermutung, dass den beiden etwas zustoßen könnte ist jedoch weniger als gering.

Auch die Story an sich ist nicht besonders einfallsreich. Sowohl im Animebereich gibt es z.B. mit Sword Art Online einen thematisch ähnlich gelagerten Anime. Ansonsten lässt sich Btooom! am ehesten mit Filmen wie Running Man, The Hunger Games oder Battle Royale vergleichen. Nicht neu, aber trotzdem unterhaltsam verarbeitet, weshalb Btooom! auch zu begeistern weiß. Der Stoff richtet sich auch ganz und gar nicht an Kinder. Die Mangavorlage ist zwar um einiges härter, doch muss sich die Adaption nicht dahinter verstecken. Auch hier geht es selten harmlos und ruhig zu. 

Ein nicht wenig beachtenswerter Pluspunkt Btooom!s ist der tolle Soundtrack. Sowohl Opening, Ending als auch der Score in vielen Szenen selbst traf bei mir auf positive Resonanz. Staffel 1 schließt mit einem Teil der Handlung ab, stellt aber klar, dass der Horror noch längst nicht vorbei ist. Besonders erfolgreich lief der Anime jedoch nicht in Japan, weshalb bisher unklar ist ob überhaupt eine zweite Staffel produziert wird. Wer sich darauf nicht verlassen will, ist gut beraten demnächst mit dem Lesen des fünften Manga-Bandes in Deutschland zu beginnen. Dort wird die Geschichte nahtlos fortgesetzt.

Btooom! ist ein erwachsener Anime, mit toller Optik und Musik, aber wenig Tiefgang. Es gibt im Animebereich sicherlich anspruchsvollere Kost, doch wer sich einfach nur mit einer interessanten Grundthematik und Handlung amüsieren möchte, kann mit Btooom! nicht viel falsch machen.

VÖ: 2012 Laufzeit: 12x25 Minuten FSK: 16  

Christian

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