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Was wir von 3D-Animationen halten - Oder: Ein wenig Lebensmittelfarbe für alle…



Eine kleine Neuigkeit, bevor wir beginnen. Die erste 3D-Animation ist tatsächlich über 40 Jahre alt. Und nicht nur das – zumindest ein Erfinder der 3D-Animation wird euch bekannt vorkommen: Edwin Catmull und Steve Jobs, die später zusammen das Unternehmen »Pixar« gründeten

Von der ersten Animation (Catmulls linke Hand) ging es beinahe rasend schnell zu den realitätsnahen und oft bunten Filmen, wie sie aus dem Hause Pixars kommen. Und was die Konkurrenz betrifft, habe ich natürlich auch Avatar im Kino gesehen. Damals kam es mir so vor, als wäre diese Animation etwas total neues, oder zumindest für mich, der sich zu dieser Zeit noch lieber hinter Büchern versteckt hat. Mittlerweile ist die 3D Animation nichts Ungewöhnliches mehr und es fällt auch oft nicht mehr wirklich auf. Außer in dem Falle, dass man das nächstgelegene Kino aufsucht und sich damit herumärgern muss, noch eine Brille über die andere stülpen zu müssen.

Und doch habe ich erst letztens beim Ansehen einer guten, alten Game Of Thrones Folge wohlig aufgeseufzt. Es ist cool, fantastisch, geil, was auch immer, wenn man wirklich in eine andere Welt abtauchen kann – egal, welche man sich ausgesucht hat. Und, ich hoffe, das sehe ich nicht alleine so – je besser das Bild, umso einfacher ist das Versinken in einen Film. Und für den ein oder anderen gibt es auch sicher ab und an den „Wow“-Effekt.

Ich gehe mal davon aus, dass es diesen bei Avatar öfter gegeben haben muss und die Einspielsumme von 2,782 Milliarden US-Dollar nicht allein auf Grund der dicken Werbetrommel reingegangen ist.
Denn die Handlung allein ist zwar nicht schlecht, aber so richtig neu...
Man kann ja davon halten, was man will, aber wenn man Namen und Orte austauscht, wird man genug Bücher finden, die die Verdrängung eines Volkes aus ihrem natürlichen Raum ansprechen. Und was die Lovestory der Hauptprotagonisten betrifft – es ist alles sehr Romeo und Julia-mäßig.
Also die Story an sich hat Avatar nicht zum erfolgreichsten Film seit Titanic gemacht. Und es gab schon genug Filme, für die Werbung gemacht wurde und die trotzdem floppten. Nein, es lag sowohl an James Camerons Ruf, als auch an der Neuheit der Animation, die die Zuschauer interessiert.

40 Jahre – über diese Zeit hat sich eine Animation entwickelt, die eigentlich vorhersehbar war. Es geht immer ein Stück nach vorne, egal, in was für einen Bereich auch immer man einen Blick hineinwirft. Eines wird sich allerdings deswegen nicht ändern: Wenn es um Filme geht, dann gibt es doch eine Menge Kriterien, die erfüllt werden müssen, um einen guten Film auszumachen.

Gerade die letzten Jahre gab es vermehrt den Trend, Remakes, nur mit besserer Animation, zu produzieren. Das ist ein wenig so, als würde der Koch einem die aufgewärmte Pampe vom gestrigen Tag vor die Nase stellen, nur mit mehr Lebensmittelfarbe versetzt, damit es frischer aussieht. Darum:
Ich genieße 3D-Animationen sehr, hoffe aber, dass sie die Filmwelt ausschließlich an dem Ort beeinflusst, an dem sie hingehört – an die Oberfläche.

Yannie


Foto: prthatrocks.com

1 Kommentar:

  1. Wow! Eine sehr gute Kolumne. Objektiv, informativ aber auch mit eigener Meinung. Ausgezeichnet!
    Deine Ansichten teile ich im übrigen was Animationsfilme betrifft. Der letzte Film, der mich wirklich vom Hocker gerissen hatte, war Tim und Struppi. Der war wirklich geil *sabber*
    Was die Story von solchen Filmen angeht - ja, es ist eigentlich immer das Delbe, nur mit mehr Lebensmittelfarbe, wie du so schön sagtest! Wie Frozen - von dem war ich im übrigen seeeehr enttäuscht...

    Wie gesagt, gute Kolumne! Mach weiter so!

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