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Don't Let Him In (2011)




Nicht alles was aus dem Vereinigten Königreich kommt, ist auch zwangsläufig gut. Das trifft auch auf Filme zu. Zwar gab es in den letzten Jahren viele sehenswerte britische Horrorfilme, aber "Don't Let Him In" gehört leider ganz und gar nicht dazu.

Mir ist der britische Slasher schon häufiger aufgefallen, da er in nahezu jeder Filmsammlung der großen Video-On-Demand Anbieter auftaucht. Die Bewertungen hätten mich jedoch schon vorwarnen müssen. Ich habe es trotzdem gewagt und es bereut.
"Don't Let Him In" erzählt von einem Wochenendausflug zweier Paare in die britische Pampa. Schon früh erfahren die vier, dass sich ein gefährlicher Serienkiller durch die angrenzenden Wälder metzelt. Doch für unsere Hauptfiguren ist das natürlich kein Grund den Ausflug abzubrechen. Warum auch? Stattdessen machen sich die unsympathischen Charaktere sowohl in Gruppen, als auch einzeln auf, noch tiefer in den Wald einzudringen. Leider konnte ich nur die furchtbare, deutsche Synchronfassung sehen. Deshalb halte ich mich mit dem Urteil über die Schauspieler final zurück. Meine Vermutungen und Recherchen lassen jedoch erahnen, dass die Darsteller auch in der Originalfassung nicht zu höherem bestimmt sind und waren. Die nach Erotikfilm klingende, deutsche Sprachfassung sorgt immerhin für unfreiwillige Komik, inklusive ganzer Monologe, ohne jegliche Lippenbewegung.

Leider sind auch die technischen und formalen Aspekte des Films alles andere als sehenswert. Sowohl Locations als auch Kulissen sind trist und billig anzusehen. Kameraführung, der generelle Look und auch die Regie der einzelnen Szenen gehen selten über den Amateurbereich hinaus. Der größte Horror des Films geht jedoch vom katastrophalen Sounddesign aus. Jedes Geräusch klingt derartig dumpf und künstlich, dass sogar jeder Versuch eine einigermaßen schaurige Atmosphäre aufzubauen komplett schief geht.

Das wäre vielleicht sogar noch zu ertragen, wenn wenigstens Atmosphäre oder Story stimmen würden. Doch dieser fehlt es vollkommen an Spannung und Charakter. Die Figuren können sich im Film schon nicht ausstehen, wie soll der Zuschauer dann eine Verbindung aufbauen?  Zu allem Überfluß macht sich noch eine ganze Portion Unlogik breit. Weit zu Beginn des Films entdeckt ein Mädchen bei einer Schulstunde im Wald Leichenstücke an Bäumen hängen und zeigt nicht eine Reaktion. Stattdessen malt sie einfach weiter. Auch das muntere "Wer ist der Mörder?"-Spiel entpuppt sich als völlig unlogisch und vor allem langweilig. In der ersten Filmhälfte dachte ich noch, dass man sich etwas gruseln könnte, zu mal es hin und wieder einen deftigen Jumpscare gibt, doch selbst dieser Gedanke verflog relativ schnell.

"Don't Let Him In" ist leider ein kompletter Totalausfall und ist nicht mal den größten Horrorfans zu empfehlen. Hier stimmt absolut nichts.


VÖ: 2011 Laufzeit: 81 Minuten FSK: 18  R: Kelly Smith D: Sophie Linfield, Sam Hazeldine

Christian

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