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내가 살인범이다 - Confession Of Murder (2012)



Dass das koreanische Kino in den letzten Jahren einen Hit nach dem anderen gelandet hat, ist nun wirklich kein Geheimnis. Doch nicht jedes ambitionierte Projekt der Koreaner geht vollends auf. Das perfekte Beispiel dafür, der völlig überladene Confession Of Murder von Regie-Debütant Jeong Byeong-Gil.

Confession of Murder war einer der erfolgreichsten Filmproduktionen 2012 in Südkorea. Das lag zum einen am Mitwirken von TV-Superstar Park Shi Hoo und des Kino-Veteranen Jung Jae-young, als auch am in Korea sehr beliebten Thriller-Genre. Der Thriller-Part des Films ist auch wirklich fesselnd, aber...

...der Reihe nach. 15 Jahre nach dem seine bestialischen Morde verjährt sind, veröffentlicht Lee Du-seok seine Autobiografie, in der er seine Verbrechen gesteht und beschreibt. Der damals mit den Fällen vertraute Detective Choi nimmt sofort wieder die Fährte auf. Als jedoch ein weiterer Killer mit ähnlichem Muster auftaucht ist die Verwirrung groß.

Wie großartig Action und Thriller in Südkorea produziert werden, sieht man bereits in der grandiosen Eröffnungssequenz, die in einer wunderbar gefilmten Verfolgungsjagd mündet. Generell funktioniert der Ansatz der spannenden Geschichte. Confession of Murder hätte wirklich ein erstklassiger Serienkillerfilm werden können, doch leider vermischt der Film einzelne Genres nicht zu einem organischen Gebilde.


Da wäre die Nebenstory der Mutter eines der Opfer. Für mich als Zuschauer völlig uninteressant erzählt. Der komplette Fokus auf Detective Choi hätte mir besser gefallen. Dann gibt es natürlich ein paar komödiantische Einschübe. Das ist normal im asiatischen Kino, oftmals jedoch ein Stimmungskiller, wie eben in Confession of Murder. Man hätte den Film aber auch um knapp 30 Minuten kürzen können und hätte dann vermutlich einen stimmigen, kompakten, komplett packenden Thriller gehabt.

Die Story ist vor allem durch Einflüsse anderer großartiger koreanischer Thriller gewürzt. Dadurch wirkt das Gezeigte etwas beliebig, ja gar gewöhnlich. Die Mediensatire weiß durchaus zugefallen und regt auch zum Nachdenken an, ohne Frage. Der eigentliche Krimiplot fällt jedoch irgendwann völlig ab und die Medienschelte ist auch nicht mehr ernst zunehmen. Auch die Prämisse der Verjährung in Südkorea, die mittlerweile angehoben wurde und eventuell bald ganz abgeschafft wird, hätte man wesentlich besser darstellen können.

Optisch gibt es immer wieder einige fantastische Ideen und Bilder. Einige sind sogar wirklich schaurig und düster. Leider sind einige CGI-Darstellungen für modernes Kino wirklich komplett daneben gegangen. Dabei ist Confession of Murder eine der kostspieligeren Produktionen Koreas.

Während es besonders im Mittelteil des Films wirklich zäh und unrealistisch wird, kann das Ende noch mal etwas zulegen, liefert einen netten Twist und etwas mehr Action.

Confession of Murder ist kein schlechter Film, eher ein durchschnittlicher, südkoreanischer Thriller mit tollen Darstellern, aber einer undurchsichtigen, überfüllten Story, der das ein oder andere Element weniger sicherlich nicht geschadet hätte.

OT: 내가 살인범이다 EU/US-T: Confession Of Murder VÖ: 2012 Laufzeit: 119 Minuten FSK: 16 R: Jeong Byeong-Gil D: Park Shi Hoo, Jeong Hae-Gyoon, Kim Young-ae, Jung Jae-young
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Christian

Bildquelle: Splendid Film

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