HOME | AUTOREN | BEWERTUNGSSYSTEM | IMPRESSUM

13 Eerie (2013)



13 Eerie ist ein klassischer Genrebeitrag, der so konzipiert ist, dass er eigentlich nur eingefleischten Horrorliebhabern, wie mir gefallen kann. Fanservice haben sich die Macher Lowell Dean und Don Carmody groß auf ihre Listen geschrieben, ohne Rücksicht auf etwaige, unfreiwillige Trashausflüge oder gar Logik. Doch das Ergebnis ist unerwartet gut.

In dem kanadischen Horrorstreifen geht es um eine Gruppe von sechs Forensikstudenten, die auf der verlassenen, abgelegenen, namensgebenden Insel 13 Eerie ausgelassen werden um auf einer sogenannten Bodyfarm ihr Können unter Beweis zustellen. Die Damen und Herren sollen also Leichen analysieren, jedoch wissen sie nicht, dass auf dem Gebiet früher Experimente durchgeführt wurden und vor allem, dass im Minutentakt ungewollt neue Leichen auftauchen.

Dass 13 Eerie eine Low Budget Produktion ist, sieht man dem Film sofort an. Aber man hat versucht das Beste aus dem Film zu kitzeln. Das erwarte ich zwar eigentlich von jedem Film, aber hier hat man es wirklich geschafft, trotz der geringen Kosten eine wunderbare Atmsophäre zu schaffen und vor allem gute Make-Up und Splattereffekte auf den Bildschirm zu bekommen. Die zurückgebliebenen Genexperimente sehen herrlich fies aus und sorgen schon für den ein oder anderen Schauer. Auch der Blutzoll hält sich nicht zurück. Die Effekte sind handgemacht, sehen wirklich sehr gut aus und huldigen somit ihren großen Vorbildern aus den 80ern. CGI gibt es in 13 Eerie nicht. Gut so!


Der Film ist deutlich kreativer als man von einem so ausgelutschten Genre erwarten konnte. Da wäre zum Beispiel die durchaus namenhafte Besetzung. Statt austauschbarer Teenies, hat man Charaktere gewählt, die schon etwas reifer sind und nicht am Fließband peinliche Sex-, Alkohol- und Drogeneskapaden liefern. So hat man als Hauptrolle mit Katharine Isabelle eine erfahrene Darstellerin im Horrorbereich verpflichtet. Die charismatische Schauspielerin wirkte schon in Ginger Snaps, Freddy vs. Jason, American Mary und Insomnia mit. Ihr kauft man die Rolle als Bad Ass Chick immer ab. Dazu gesellen sich TV-Darsteller Brendan Fehr, bekannt geworden mit der Serie Roswell, und Brendan Fletcher, häufig in Boll-Produktionen wie Rampage und Bloodrayne zu sehen.

Fluch und Segen des Films ist die Grundtonalität des Films. Sicherlich schadet eine Prise Humor selten, doch ich persönlich finde es großartig, dass 13 Eerie sich selbst todernst nimmt. So kann sich für mich erst ein düsteres und gruseliges Setting aufbauen. Aber wie gesagt, andere Leute behaupten an dieser Stelle sicherlich, dass sich der Film viel zu ernst nimmt. Dafür gibt es keine aufgesetzte Liebesgeschichte, yeah!

Einfacher Kniff des Films, der für Variation sorgt ist der übermächtige Feind. Mal keine Zombies, sondern Mutanten. Macht optisch nicht DEN großen Unterschied, aber immerhin entstehen dadurch andere Verhaltensmuster. Dass man dennoch nicht so ganz ohne mittlerweile abgedroschene Zombiegehabe auskommen wollte, wird durch die Opfer der Mutanten bewiesen, die sich anschließend auch in Mutanten verwandeln. Der Film wird nicht als Zombiefilm verkauft, will aber dennoch nicht ganz auf deren verkaufsbringende Eigenschaften verzichten wie wir sehen.


Die Story, die verheißungsvoll beginnt, ist letztlich doch nur der übliche Aufhänger um deftigen Gore und viele Kills zu zeigen. Schade, denn grade der gerichtsmedizinische Aspekt bot einige Möglichkeiten, spielt am Ende jedoch keine Rolle mehr. Die Logik spielt ebenfalls häufig munter Roulette. Dafür stellen sich die Charaktere nicht ganz so geistig unterernährt an, wie in den meisten Teeniehorrorfilmen.

Was bleibt ist also ein gut inszenierter Zombiefilm, ohne echte Zombies, aber mit deren Eigenschaften. Der Cast passt, die ernste Grundstimmung ebenfalls. 13 Eerie ist kein Film der hipper wirken will, als er ist und das hat mir gefallen. Viel mehr ist 13 Eerie solide, unterhaltsame Horrorkunst ohne große Schwächen und mit viel Herzblut.

OT: 13 Eerie DT: 13 Eerie - We Prey for You VÖ: 2013 Laufzeit: 87 Minuten FSK: siehe Nachtrag unten R: Lowell Dean D: Katharine Isabelle Brendan Fehr Brendan Fletcher
Kauflink
Trailerlink


Christian

Bildquelle: eOne, Anolis, Telefilm Canada

Nachtrag zur FSK-Freigabe: 13 Eerie ist in Deutschland nur in einer erheblich gekürzten Fassung erschienen. Sowohl der BD- als auch der DVD-Fassung fehlen immerhin 41 Sekunden und damit nahezu alle relevanten Gewaltszenen. Ungeschnitte gibt es den Film im wunderschönen Mediabook in unserem Nachbarland Österreich.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen