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Congo (1995)



Heute stelle ich euch ein weiteres Filmrelikt meiner Kindheit vor. Selbst ich hatte kaum noch Erinnerungen an das Jurassic Park Ripoff Congo. Ich habe den Film immerhin zuletzt vor 15 Jahren gesehen. Damals fand ich ihn auf jeden Fall unterhaltsam, wie so ziemlich jeden Abenteuerfilm, den ich in die Hände bekam.

In Congo geht es mehr oder weniger um eine Expedition in die Wälder des Congo. Die Teilnehmer der Reise haben alle unterschiedliche Interessen an diesem Unternehmen. Ganz wie in Jurassic Park. Da gibt es die geldgierigen Leute, die moralisch guten Leute, den Jäger und Reiseführer - Alles Charaktere aus der Klamottenkiste. Aber so war das eben damals und es ist ja in heutigen Einträgen des vernachlässigten Adventure-Genres immer noch so.

Ursprünglich gab es eine Expedition nach Diamanten. Doch als das dafür zuständige Unternehmen den Kontakt zu ihren Leuten im Dschungel verliert, schickt es ein weiteres Team in den Kongo los. Ebenfalls an Bord ist ein Wissenschaftler, der dem Gorillaweibchen Amy das Sprechen erlernen will und das Tier nun wieder in die Heimat bringen will. Dieser ist der Vorwand für die Reise ins Bürgerkriegsgebiet.

Wie bereits angesprochen ist Congo aus meiner Sicht ein Ripoff auf der Erfolgswelle von Jurassic Park. Der Aufbau der Handlung ist nahezu identisch, wenn auch nicht annähernd so ereignisreich oder gar spannend. Viel mehr ist die Handlung der ersten Stunde unglaublich langweilig und zäh. Die Charaktere können daran kaum etwas ändern. Außer Laura Linney und mit Abstrichen Ghostbuster Ernie Hudson kann kein Darsteller die Story angenehmer gestalten. Tim Curry darf wieder den Bösewicht vom Dienst spielen. Keine Überraschung.


Und so lassen sich die qualitativen Unterschiede im direkten Vergleich zu Jurassic Park verdeutlichen. Bei Spielbergs Dino-Abenteuer waren die Charaktere interessant und sympathisch, das Pacing stimmte über die volle Spielzeit und auch das Setting wurde authentisch umgesetzt. In Congo sieht dagegen alles nach Studiokulissen aus. Auch die Effekt- und Maskenabteilung hat nicht besonders gut für die Dschungelexpedition gearbeitet. Die Gorillas sehen nie lebendig oder gut aus. Alles an Congo wirkt leider künstlich und unorganisch. Das ist schade, denn die Vorlage zu Congo, kam wie bei Jurassic Park von Autor Michael Crichton.

In der zweiten Hälfte des Films gibt der Film dann mehr Gas. Das Tempo erhöht sich und auch die Action vermehrt sich, leider auf niedrigem Niveau. Sehr viel kopfloses Geballer, ein paar nette Splatterszenen, die aber leider in den besagten künstlichen Kulissen auch nur noch billig wirken. Der Planet Of The Apes Touch der zum Ende hin aufgefahren wird geht ebenfalls daneben und sorgt dafür, dass ich meine eher mittelmäßige Einschätzung von Dawn Of The Planet Of The Apes nach oben korrigieren müsste. So ist das, wenn man erstmal sieht wie schlecht man eine derartige Thematik umsetzen kann.

Dass Afrika hollywood-like als rückständiger, kriegstreiberischer und dümmlicher Kontigent sehr rassistisch dargestellt wird ist nur ein weiterer Tiefpunkt des Films.

Congo ist vermutlich nur noch aus Retrogründen für die Kinder, die in den 90ern aufgewachsen sind erträglich. Schade, denn ich hatte den Film als etwas besseren Abenteuerfilm dieser Zeit in Erinnerung. Aus heutiger Sicht liege ich damit jedoch völlig daneben.

OT: Congo VÖ: 1995 Laufzeit: 109 Minuten FSK: 12 R: Frank Marshall D: Laura Linney, Dylan Walsh, Ernie Hudson, Tim Curry
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Christian

Bildquelle: Paramount

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