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Predator 2 (1990)



Vom Dschungel in den Großstadtdschungel. Drei Jahre nach dem sensationellen Erfolg von John McTiernans Predator mit Arnold Schwarzenegger, versuchte sich der eher unbekannte Stephen Hopkins an einer Fortsetzung des Kultfilms und holte den außerirdischen Jäger mitten in die Hochhausschluchten Los Angeles'. Ein Schachzug, der immerhin bedingt aufging.

Predator 2
spielt in der Zukunft. Im Jahr 1997. Die Gewalt auf den Straßen LA's ist unübersehbar. Bandenkriege, Drogen und selbst Polizistenmorde stehen auf der Agenda. Das Chaos herrscht, die Bevölkerung hat Angst. Doch der Grund ist dieses Mal ein anderer. Denn das außerirdische Predator-Wesen terrorisiert die Stadt. Auf seiner langen Opferliste - sowohl Badboys als auch Polizisten. Ausnahmen gibt es keine. Als Sergeant Mike Harrigan mit dem Fall vertraut gemacht wird und selbst seinen Streifenpartner verliert, weiß er noch nicht mit wem er es zu tun bekommt...


Die Prämisse ist mutig und gut. Predator ein weiteres Mal im Dschungel hätte gar nicht funktionieren können. Was eignet sich dann besser als der Dschungel einer Metropole? Gut durchdacht. Jedoch konnte man sicher damals schon ahnen, dass der Vorgänger, Predator, einfach ein "once in a lifetime"-Streifen war. Etwas, dass man nicht imitieren oder nacheifern kann, weil es bereits perfekt war. Der geniale Spannungsaufbau, die tollen Effekte und ein großartiger Machocast. All das liefert Predator 2 nicht.

Das Setting ist gewöhnungsbedürftig. Nicht die Stadt, sondern die Zeit der nahen Zukunft aus damaliger Sicht. Jeder Bösewicht sieht wie eine Comicfigur seiner selbst aus. Die Schurken entspringen quasi dem Film The Warriors. Die Waffen sehen aus wie in Blade Runner. Das ist alles etwas too much und saugt gehörig an der ansonsten unaufdringlich guten Atmosphäre des Films.

Wo der Film definitiv eine Spur zugelegt hat ist der Blutzoll und Gewaltgrad. Herausgerissene Herzen, fehlende Gliedmaßen und komplett enthäutete, aufgehängte Torsos. Kein Wunder, dass der Film nicht mal eine FSK 18-Freigabe bekommen hat. Klarer Pluspunkt. Außerdem nimmt sich der Film trotz seiner düsteren Ausstrahlung nicht ganz so ernst. Das Beweisen einige Anspielungen an das Original gegen Ende des Films.


Danny Glover ist nicht Arnold Schwarzenegger, hat aber dennoch genug Profil um den Film gut über die volle Laufzeit zu tragen. Er wirkt glaubwürdig und badass genug um es mit dem Jäger aufzunehmen. Audiovisuell ist der Film dagegen leider nur mittelmäßig. Irgendwie funktionieren die Stealth-Effekte nicht so ganz und der brillante Soundtrack wurde leider nur aus dem ersten Film recycelt.

Die Story selbst ist zwar nicht der Wahrheit letzter Schluß, aber durch schnelles Pacing und gute, einzelne Set-Pieces bleibt die Spannung oben und lässt den Zuschauer nicht locker. Besonders der Showdown hat es wirklich in sich und haut richtig auf den Putz.

Predator 2 ist tatsächlich wesentlich besser, als ich es in Erinnerung hatte. Der Film ist wirklich gut ansehbar und gehört zu den sehenswerten 2/5 des überschaubaren Franchise. Give it a try, denn Predator 2 ist grimmiges sehr verspätetes 80er Jahre Kino, das es so, in allen Auswüchsen und Dimensionen, niemals wieder geben wird.

OT: Predator 2 VÖ: 1990 Laufzeit: 108 Minuten FSK: SPIO/JK R: Stephen Hopkins D: Danny Glover, Bill Paxton, Adam Baldwin, Garey Busey, Robert Davi
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Christian

Bildquelle: 20th Century Fox

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