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The Grand Budapest Hotel (2014)



Wes Andersons federleichte Komödie rund um das berühmte Grand Budapest Hotel feierte auf der letztjährigen Berlinale seine Premiere. Nun über ein Jahr später kann der Film in der Nacht von Sonntag zu Montag mitteleuropäischer Zeit einige der heißbegehrten Academy Awards gewinnen. Eine Auszeichnung für einen Film der so früh im letzten Jahr angelaufen ist und eine Überraschung gleichermaßen. Doch die Fakten liegen auf der Hand.

Grand Budapest Hotel erzählt die Geschichte eines berühmten europäischen Hotels und seines nicht minder berühmten, sehr ausgefallenen Concierges in der Zeit zwischen den Weltkriegen. Gemeinsam mit seinem neuen Lobby Boy Zero erlebt er eine fantastische Geschichte rund um ein gestohlenes Gemälde, einer großen Erbschaft und den Veränderungen der Gesellschaft im Laufe des Jahrzehnts.

Wes Andersons neuester Film ist vor allem eines - ein großes, bewegtes Kunstwerk. Jedes Bild, jeder Schnitt, jede Kamerafahrt ein audiovisuelles Erlebnis für sich. Dazu gesellt sich Andersons Vorliebe für Symmetrie, die sich mit meiner ähnelt. Neu beim Regisseur von modernen Klassiker wie The Royal Tenenbaums, The Darjeeling Unlimited oder Moonrise Kingdom ist der Wechsel und das Spiel mit den Bildformaten. Mal 16:9, dann wieder 4:3, aber vor allem immer passend zum jeweiligen Setting. Ein wahrer Augenschmaus, dieser wunderbare Film. Einen Großteil der fantastischen Atmosphäre hat man dem Drehort, dem deutschen Görlitz, zu verdanken. Kaum ein Drehort hätte die goldenen 20er besser aufleben lassen können als diese Stadt.

Neben der unbestreitbar großartigen, visuellen Qualität, muss man den gigantischen, hochrangig besetzten Cast hervorheben. In den Hauptrollen brillieren Ralph Fiennes und Newcomer Tony Revolori. Was Anderson aber sonst noch um sich gescharrt hat ist unvergleichbar: Bill Murray, Tilda Swinton, Harvey Keitel, Willem Dafoe, Jeff Goldblum (endlich wieder auf der großen Leinwand), Adrien Brody, Jude Law, Edward Norton, Saoirse Ronan, F. Murray Abraham, Owen Wilson, Jason Schwartzman, Lea Seydoux, Tom Wilkinson. Dazu gesellen sich sogar einige deutsche Gesichter wie Florian Lukas.


Die Story ist nicht ganz so frisch und überzeugend wie der Rest, ist aber zu jeder Zeit interessant genug um wissen zu wollen, wie es weitergeht. Grand Budapest Hotel hat zwar einen groben Handlungsstrang, doch die einzelnen Set Pieces begeistern mehr als das große Ganze. Die Krimigeschichte kann mit den humorvollen Randgeschichten leider nicht ganz mithalten.

Das passt, denn Grand Budapest Hotel ist ein Film der kleinen Details. In jeder Szene, in jedem Bild gibt es unglaublich viel zu entdecken. Die Liebe zum Kino sprießt dem Film aus jeder Pore. Skurilitäten wie in Andersons Film gab es im Jahr 2014 wirklich kaum zu sehen und das macht ihn so besonders.

Ich weiß nicht ob Grand Budapest Hotel Wes Andersons bisher bester Film ist. Das kann man schlecht beurteilen, aber was er defenitiv ist - einer der besten Filme des vergangenen Jahres. Es wäre keine Überraschung, wenn Grand Budapest Hotel am Sonntag den ein oder anderen Oscar abstauben wird.

OT: The Grand Budapest Hotel VÖ: 2014 Laufzeit: 100 Minuten Minuten FSK: 12 R: Wes Anderson D: Ralph Fiennes, Tony Revolori, Bill Murray, Adrien Brody, Tom Wilkinson, Tilda Swinton, Jeff Goldblum
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Christian

Bildquelle: 20th Century Fox

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