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Trancers (1985)



Es gibt nur wenige Filme, welche die 80er Jahre so sehr auf den Punkt bringen wie Trancers. Der Sci-Fi Streifen von Charles Band ist eine heute längst vergessene B-Movie Perle. 88 Films aus England hat den Film neu aufgelegt, sogar in HD auf Blu-Ray. Es ist also an der Zeit, endlich mal wieder diesen Kultfilm anzusehen.

Jack Deth ist ein Jäger aus der Zukunft. Seine Aufgabe ist es zurück in die Vergangenheit zu reisen, zurück in das Jahr 1985. Dort soll er seinen größten Widersacher Whistler zur Strecke bringen. Whistler verwandelt harmlose Bürger in seelenlose Zombies und will so die Regierung an sich reißen.

Klingt trashig - ist trashig. Da der Film aber wirklich nur knappe 70 Minuten läuft, kann man ihm so einiges verzeihen. Trancers ist eine äußerst interessante und kurzweilige Mischung aus Film-Noir und Blade Runner mit klassischen "Zurück in die Vergangenheit"-Motiven. Man sieht sofort, dass der Film mit wenig Budget produziert wurde, dafür mit viel Herz. Nicht umsonst wurden dem Kultstreifen satte vier Fortsetzungen spendiert. Besonders zu Beginn des Films gibt es auch einige humorvolle Einlagen, als Jack, gespielt von Tim Thomerson, versucht sich in der Vergangenheit zurecht zu finden. An seiner Seite ist dabei die blutjunge Helen Hunt, die erst viel später, mit Streifen wie Cast Away, What Women Want, As Good As It Gets und natürlich Twister, ihren großen Durchbruch schaffen sollte.


Was solche Filme besonders interessant macht ist vor allem der Umstand, dass solche kruden Geschichten gar nicht mehr abgedreht werden. Trancers schafft es auch eine dichte, ganz wunderbare Atmosphäre zu schaffen, die trotz billiger Zutaten und eigenartiger Logik nie zerbricht. Die Harmonie zwischen Thomerson und Hunt stimmt ebenfalls, auch wenn der knurrige Hauptdarsteller nur zu gern verwirrt aus der Wäsche schaut. Am besten wirkt Thomerson dagegen in den 60er Jahre James Bond Gedächtnisschlägereien.

Der Film bietet dem Zuschauer viele Ideen (z.B. eine Uhr, die die Zeit für 10 Sekunden anhält) an, nutzt sie dann aber selbst nur ausreichend, sicherlich eine Budgetfrage. Auch die Kulissen sind abwechslungsreich. Die Story hält dagegen nur bedingt bei der Stange. Dafür nimmt sich Trancers überhaupt nicht ernst und kann mit seiner Ironie und herben Sprüchen auf jeden Fall punkten.

Trancers ist auf keinen Fall ein guter Film, aber ein sehenswerter, denn er ist erstaunlich gut gealtert und macht größtenteils wirklich Spaß. Ein typischer Film, der schon wieder so blöd ist, dass er uns großartiges Entertainment liefert. Ich könnte mir die Story und das Setting heutzutage gut in einer TV-Serie vorstellen.

OT: Trancers AT: Future Cops VÖ: 1985 Laufzeit: 76 Minuten Minuten FSK: 16 R: Charles Band D: Tim Thomerson, Helen Hunt, Biff Manard, Michael Stefani
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Christian

Bildquelle: 88 Films, Full Moon Features

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