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Honeymoon (2014)



Bea und Paul sind frisch verheiratet und haben sich für ihre Flitterwochen einen romantischen Ausflug in eine abgelegene Waldhütte ausgesucht. Verliebt genießen die beiden die gemeinsame Zeit. Doch eines Nachts wacht Paul auf. Bea liegt nicht neben ihm im Bett. Verzweifelt sucht und findet er seine Frau im Wald. Verwirrt und nackt. Doch das ist nur der Anfang, für eine Reihe mysteriöser Dinge die mit Pauls Ehefrau geschehen.

Jon Snow kann in Game Of Thrones scheinbar ganz gut ohne die bezaubernde Rose Leslie an seiner Seite leben. Wir können das nicht, weshalb die Vorfreude auf den Horrorfilm Honeymoon, mit Leslie in der Hauptrolle, sehr groß war. Enttäuscht werden nur die wenigsten sein. Leigh Janiak Debütfilm ist einer der ruhigen, entspannten Art. Gelassen, aber emotional wird die Geschichte einer Ehe im Rahmen eines Schauermärchens erzählt.

Besonders die ersten zwei Drittel des Films beschäftigen sich mit der Beziehung zwischen Bea und Paul. Es treten Konflikte auf, stets im Wechsel mit schönen Erlebnissen, die jedoch abnehmen nach dem sich Bea zu verändern beginnt. Generell verbirgt Honeymoon nicht seine Absicht die Unsicherheiten und Probleme einer langfristigen Partnerschaft bzw. Ehe darzustellen. Was letztlich auf der Leinwand passiert, ist nichts anderes als eine große Metapher.


Kitsch bleibt an manchen Stellen nicht aus, doch die Figuren sind charismatisch, liegen uns am Herzen und sind glaubwürdig gespielt vom Darstellergespann. Vom Kitsch hin zur Depression ist es eigentlich ein großer Spagat. Aber nicht in Honeymoon. Schlagartig ändert sich die Stimmung. Auch die zuvor herrlich schön gefilmten Farbspiele bekommen ein immer raueres Erscheinungsbild. Doch Janiak drückt immer wieder auf die Bremse. Smart und mit einigen kreativen Einfällen hält er uns bei Laune.

Letztlich schafft er es jedoch nicht das Finale überraschend und vor allem überzeugend zu gestalten. Wir bleiben zwar emotional am Ball, aber erzählerisch ist das Ende der große und zum Glück einzige Schwachpunkt des Films. Ich will nicht zu viel verraten, aber das eingeschlagene Bodysnatchers-Thema wirkt dann doch zu unpassend und fremd, auch wenn sich Regisseur Janiak einige verstörende Momente für das Ende aufgehoben hat.

Ungeduldige könnten den Film zu langatmig finden. Für mich ist Honeymoon ein emotionales Beziehungsdrama im Deckmantel eines Horrorfilms, schön verpackt in beeindruckender Bildpoesie. Absoluter Geheimtipp!

OT: Honeymoon VÖ: 2014 Laufzeit: 87 Minuten Minuten FSK: 16 R: Leigh Janiak D: Rose Leslie, Harry Treadaway, Ben Huber, Hanna Brown
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Christian

Bildquelle: Alive

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