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Kickboxer (1989)



Kickbox-Champion Eric Sloane reist mit seinem Bruder Kurt nach Thailand um endlich einen ebenbürtigen Gegner zu finden. Dort werden die beiden schneller fündig, als ihnen lieb ist. Dem heimischen Publikumsliebling Tong Po ist er nicht gewachsen. Grausam zugerichtet landet Eric unheilbar verletzt im Rollstuhl. Sein jüngerer Bruder Kurt schwört Rache und lässt sich von Lehrmeister Xian Chow nicht nur körperlich für den großen Entscheidungskampf trainieren.

Bloodsport war erst wenige Monate alt und hatte noch längst nicht seinen heutigen Kultfaktor erreicht. Jean-Claude van Damme stieg wieder in den Ring, wieder in Asien und wieder gegen einen unschlagbaren Gegner. Das Rezept ähnelte sich nicht von ungefähr. Bloodsport definierte den B-Movie-Martial-Arts-Film und sein Schema sollte hunderte von Nachfolgern inspirieren, so auch Kickboxer, der in Deutschland fälschlicherweise unter dem Namen Karate Tiger 3 releast wurde, obwohl er mit jener Reihe nichts am Hut hat.

Kickboxer erzählt eine recht schnörkellose Rachegeschichte im Kampfsportmilieu. Der charmante und moralische Kurt auf der einen Seite, Tong Po als unsportlicher Kämpfer aus dem fremden Asien auf der anderen Seite. Die Claims sind also schnell abgesteckt, doch Kickboxer offenbart recht früh eine Schwäche, die verhindert, dass der Film ein ähnliches Niveau erreicht, wie van Dammes Sternstunde Bloodsport. Der Film fängt temporeich an, drosselt dieses nach Erics verlorenem Kampf aber erheblich. Kurts Kennenlernen seines neuen Meisters, eine kleine Liebesgeschichte und endlose Trainingsmontagen, die nicht den Flair und die Intensität von Bloodsport erreichen, folgen. Schade.


Aber schwamm drüber, denn Kickboxer hat ganz andere Stärken. Zum einen lässt er van Damme mit diversen Spagattechniken und den markanten Roundhousekicks wieder prächtig aussehen. Zum anderen bewahrt er sich eine Prise Humor, wenn van Damme völlig betrunken zunächst Disco tanzt und anschließend ebenso voll ein paar Raufbolde verdrischt. Die beste Szene des Films. Großartig. In der Folge gibt es ein paar richtig gute Kämpfe zu bewundern. Das besondere an vielen Martial-Arts-Filmen dieser Zeit ist allerdings die gelungen eingefangene fernöstliche Atmosphäre. Dazu gehört natürlich auch ein Mix aus treibenden Popsongs und kitschigen Synthie-Asia-Sounds. Das muss so. Was nicht muss, ist eine angedeutete Vergewaltigungsszene und ein unnötiger Krawallactionpart im letzten Drittel.

An der Darstellerfront regiert natürlich nicht viel Talent. Van Damme ist ein großartiger Kämpfer und auch ein charmanter, (damals) gut aussehender Typ, aber eben kein richtiger Schauspieler. Die Nebenrollen sind auch eher zweckmäßig besetzt. Michel Qissi, im echten Leben einer der besten Freunde van Dammes, spielt dagegen einen passenden furchteinflößenden Gegner. Überraschend ist die streckenweise überzeugende Kameraarbeit, die einige tolle und stimmungsvolle Bilder einfängt. Der große Kampf am Ende ist ebenfalls toll inszeniert und stark performt von van Damme und Qissi. Ein echtes Highlight. Zwar ziemlich blutig und brutal, aber perfekt mit Wiederholungen und Zeitlupen geschnitten.

Kickboxer ist ein sehenswerter Vertreter des 80s-Martial-Arts-Films, der jedem Liebhaber solcher Streifen gefallen wird. Van Dammes Reise nach Thailand erreicht zwar nie die Intensität und das hohe durchgehende Tempo eines Bloodsports, gehört aber trotzdem zu den besten Filmen des Belgiers.

OT: Kickboxer DT: Karate Tiger 3 - Der Kickboxer VÖ: 1989 Laufzeit: 97 Minuten Minuten FSK: 18 R: Mark DiSalle, David Worth D: Jean-Claude Van Damme, Dennis Alexio, Michel Qissi
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Christian

Bildquelle: Splendid

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