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Neighbor (2009)



Eine merkwürdige, junge Frau erscheint in der verwöhnten Vorstadt. Nach und nach bricht sie in Häuser ein und terrorisiert die Nachbarschaft. Die namenlose Frau tötet alles, was sie hasst. Und das ist...ALLES!

Ich gestehe! Tatsächlich können mir Filme ohne Tiefe, Anspruch und nennenswert erzählte Geschichten einiges geben, vor allem eine Menge Unterhaltung und Spaß. Und wer die Bewertung und Inhaltsangabe zu Neighbor vergleicht, wird schnell feststellen, dass es sich bei Robert A. Masciantonio Torture-Porn um einen solchen Film handelt.

Neighbor ist Hochglanztrash. Die Story ist absurd, wie simpel. America Olivo spielt eine Psychopathin, die wahllos Leute umbringt. Egal ob Omas, junge Mütter oder lüsterne Typen. Alle müssen auf perfide Art und Weise ableben. Die Frau kennt und spürt kein Mitleid. Sie empfindet rein gar nichts bei ihren Taten. Vielleicht doch, aber dann ist es absolute Freude an ihrem Schandwerk.


Völlig überdreht geht das ehemalige Playboywunder in ihrer Rolle auf. Ein Sonnenschein ohne Gewissen. Eine Sexbombe voller Lust. Lust auf's stumpfe Morden. Olivo überzeugt absolut. Sie hat den nötigen Pfeffer und das notwendige Feuer um so eine Rolle zu spielen und ist durch ihre bisherigen Auftritte (Friday The 13th, Maniac und No One Lives) perfekt für das Horrorgenre geeignet. Ihr Spiel ist ein Meilenstein des Overacting. Es wird stellenweise extrem hart. Wenn die junge Dame z.B. druckvoll Werkzeug in Nahaufnahme in die Gliedmaßen ihrer Opfer bohrt. Oder eine Kniescheibe mit nem Pizzaschneider entfernt. Oder eine Glaspipette ins männliche Geschlechtsteil gestopft wird. Alter!!! Ohne Übertreibung gehört Neighbor zu den heftigsten Filmen der letzten zehn Jahre. Hier wird exzessiv draufgehalten und nichts einfach nur angedeutet. Ebenso wie in Gewalt ist die Kamera auch extrem in America Olivo verliebt, dass sie sich nur selten von ihr abwendet. Die Schönheit steht im Mittelpunkt. Und auch darin liegt der Reiz und Humor des Films.

Natürlich gibt es keine wirkliche Handlung, die Hauptfigur hat ja nicht mal einen Namen. Aber es handelt sich in Neighbor mal nicht um einen maskierten, männlichen Killer oder ein Zombie oder gar einen Geist. Die Serienkillerin ist eine hübsche Frau, die ganz einfach deine Nachbarin sein könnte. Niemand würde solche Taten von solch einer Frau erwarten, weshalb ihre Opfer sie zuweilen sogar zum blutigen Spaß einladen. Doch hinter der Fassade, steckt einfaches Kalkül.

Ein paar erzählerische Kniffe gibt es dann aber doch. Ein paar Zeit- und vor allem Gedankensprünge, die den Zuschauer ganz schön verwirren können, aber dann tief in die Magengrube schlagen.


Ein wenig American Psycho hier und dort, nur ohne Anspruch. Etwas Funny Games ist ebenfalls im Spiel, nur mit Spaß. Der Film ist sogar überraschend gut produziert. Die blutig-brutalen Effekte sind erste Sahne und lassen jeden Fan aufhorchen. Natürlich ist das Resultat nicht originell. Aber wenn es prächtig unterhält und kurzweilig ist? Ich erkenne keinen Grund einen Film mit solchen Eigenschaften nicht zu mögen.

Der Film will nicht wirklich etwas vermitteln. Masciantonios Absicht besteht einfach nur darin, eine möglichst hübsche Darstellerin möglichst blutig und brutal morden zu lassen. Das ist alles. That's it. Deshalb ist der Film bei Kritikern auch komplett durchgefallen. Aber, mich hat er tierisch amüsiert. Neighbor ist die fast perfekte Splatterunterhaltung für Hardcore-Horror-Fans! Aber vorsicht, der Film ist hyperbrutal.

ACHTUNG! Der Film ist in Deutschland nur geschnitten erhältlich. Uncut via Import möglich!

OT: Neighbor VÖ: 2009 Laufzeit: 90 Minuten Minuten FSK: - R: Robert A. Masciantonio D: America Olivo, Christian Campbell, Mink Stole
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Lions Gate

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