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Open Windows (2014)



Nick schwärmt für die Schauspielerin Jill. Im Rahmen einer Filmpremiere hat er ein treffen mit der hübschen Darstellerin gewonnen. Nervös wartet er in seinem Hotel und bekommt per Telefon eine Absage. Doch hinter dem Anruf steckt mehr. Der mysteriöse Anrufer entpuppt sich als Gefahr für Jills Leben und er nutzt für die Umsetzung seiner finsteren Pläne sämtliche technische Mittel, die ihm zur Verfügung stehen. Nur Nick kann ein Ende in Schrecken noch verhindern.

Soziale-Netzwerke. Hacking. Stalking. Moderne Themen, aber selten verpackt in einem schönen Film. Nacho Vigalondos Film Open Windows weckte im Vorfeld endlich Hoffnungen in mir, doch leider wurde ich größtenteils enttäuscht. Dabei macht der Cyber-Thriller durchaus viel richtig und beginnt richtig gut. Die größte Innovation ist sicherlich, dass sich der Handlungsraum des Films auf Nicks Desktop beschränkt. Klingt öde, stattdessen passiert unerwartet viel auf dem Bilschirm. Geschickt verbindet Vigalondo die Storyebenen mit Tricksereien und manchmal auch auch mangelndem Realismus. Aber das Setting bleibt bis zum Ende stimmig und das ist es, worauf es ankommt.


Leider sind Setting und Atmosphäre die einzigen originellen Elemente des Films. Die Story entpuppt sich anfangs als packend, entwickelt sich jedoch von Minute zu Minute zu einem völligem Blödsinn, dessen Ende dem Film komplett das Genick bricht. Man hätte ein schickes Kammerspiel aus Open Windows schaffen können, aber Vigalondo hatte andere Ideen. Und so wird eine völlig unnötige Hackergruppe eingeführt, die Nick unterstützen soll und auch die Begebenheiten um den Schurken des Films lassen einen nur die Hände über den Kopf zusammenschlagen vor Lächerlichkeit und Frust. Open Windows verspielt völlig unnötig - gute Ideen und Möglichkeiten.

Auch die angeschlagenen Themen werden belanglos und oberflächlich behandelt. Starkult, Cybercrime und Metagedöns sind schick, aber nur wenn man sie tiefgründig anschlägt. Dann wäre da noch die Besetzung. Elijah Wood ist entgültig in der B-Movie-Hölle angekommen, spielt in Open Windows aber souverän, wenn auch längst nicht auf Maniac-Niveau. Über Schauspielniveau brauchen wir bei Ex-Porno-Darstellerin Sasha Grey gar nicht reden. Jegliche Emotion in ihrem Gesicht wirkt völlig unauthentisch. Natürlich ist Grey eine charismatische und sehr sympathische Frau, aber für eine große Hollywoodkarriere reicht ihr Darstellungsvermögen definitiv nicht aus und so ist es auch keine Überraschung, dass sie in Open Windows - natürlich - ihre Brüste zeigt.


So können auch die Schauspieler den Film nicht vor früh einsetzender Langeweile bewahren. Eventuell wäre ein Kurzfilm angebrachter gewesen, als ein auf über 100 Minuten aufgeblähter Spielfilm. Natürlich ist Open Windows ein besonderer Film, ohne wenn und aber. Leider kein besonders guter Film. Dafür setzt Open Windows zu schnell seine wenigen Trümpfe ein und generiert spätestens in der zweiten Hälfte, trotz einiger Twists, wenig überraschendes.

Nette Ideen und einzelne sehenswerte Einfälle bewahren den Filmfan nicht davor, letztlich vor Open Windows zu kapitulieren. Zu hanebüchen ist die Story samt ihrer einzelnen Teile, zu belanglos das Ergebnis und die Aussagekraft. Ich lobe den Mut der Beteiligten, aber Mut allein, macht noch längst keinen tauglichen Film.

OT: Open Windows VÖ: 2014 Laufzeit: 101 Minuten Minuten FSK: 16 R: Nacho Vigalondo D: Elijah Wood, Sasha Grey, Neil Maskell
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Christian

Bildquelle: Ascot Elite Home Entertainment

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