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Alien (1979)



Der Raumkreuzer Nostromo ist auf dem Rückweg zur Erde. Die Crew liegt im Kälteschlaf. Doch das System des Raumschiffs empfängt einen Hilferuf und steuert diesem nun entgegen. Gelandet entdeckt die Crew ein anderes, sehr ungewöhnliches Raumschiff in dem sich viele merkwürdige Eier befinden. Ein Parasit schlüpft aus einem Ei und befällt eines der Crewmitglieder. Wieder an Bord müssen die Weltraumfahrer erkennen, dass sie etwas mitgebracht haben. Ein unheimliches Wesen, das die Crew bis zum letzten Blutstropfen jagen wird.

Mit Alien schuf der heutige Starregisseur Ridley Scott einen Meilenstein und das gleich für zwei Genre. Auf der einen Seite ist Alien ein waschechter Science-Fiction Streifen mit Planeten, Raumschiffen und aus damaliger Sicht modernster Technik. Aber auf der anderen Seite ist Alien, nur ein Jahr nach John Carpenters Halloween, ein lupenreiner Horrorfilm, ein Slasher der schaurigsten Sorte. Ist der Passagier aus der anderen Welt erstmal an Bord, stalkt, terrorisiert und jagt er die Schiffscrew bis zum Ende.

Nicht nur Halloween lief kurz zuvor auf der Leinwand, auch George Lucas' Weltraumsaga Star Wars lief erst vor kurzem im Kino. Doch Alien war anders. Erwachsener. Der Weltraum in Ridley Scotts Meisterwerk ist langsam und brutal, statt rasant und bunt wie bei der großen Konkurrenz. Hier gab es keine bunten Laserwaffen, sondern erbarmunglose, klaustrophobische Ängste und schonungslose Gewalt. Säure statt Blut ist das Motto des Films.


Wie Halloween hat auch Alien ein beunruhigendes, sehr langsames Pacing. Besonders der (trotzdem sehr interessante) Beginn drückt ganz schön häufig auf die Bremse. Aber was bekommen wir da nicht alles zu sehen und zu hören? Fulminante, fast zeitlupenartige Kamerafahren durch die fast menschenleere Nostromo, oder die schaurig zurückhaltenden Klänge von Starkomponist Jerry Goldsmith. Ein audiovisuelles Fest. Und da ist das Alien noch nicht mal zusehen gewesen. Dieses gibt es erst nach über einer Stunde zu bewundern. Ebenfalls eine Gemeinsamkeit mit dem frühen Slasher. Und wie herrlich monströs und gruselig das Alien ausschaut. Wundervoll und sicherlich neben der Atmosphäre die große Stärke von Ridley Scotts Klassiker. H.R. Giger setzte ein Zeichen mit seinem Artdesign. Völlig berechtigt fand der Film bei den Academy Awards hinsichtlich Effekten und Ausstattung große Beachtung.

Die Schiffscrew ist sympathisch und hat Zeit sich zu entwickeln. Denn erst spät wird klar, dass Ellen Ripley die Hauptfigur des Films ist. Zuvor ist sie einfach nur ein Mitglied der Gruppe. Befreit vor Naivitäten sind die Leute trotzdem nicht. Und so ist es ein Fest die Alien-Anarchie im klinisch stirilen Raumkreuzer zu begutachten. Ellen Ripley wird dabei famos von Sigourney Weaver gespielt, die hier zu Beginn ihrer Karriere noch sehr feminin daher kommt und die Wandlung Ripleys von der schüchternen jungen Frau zum Bad-Ass-Babe gekonnt verkörpert. Weavers Performance gilt noch heute als Prototyp einer selbstbewussten und starken Frauenfigur im Filmgeschäft.


Der Film bringt dann auch noch eine düstere, vielleicht gar nicht so von uns entfernte Zukunftsvision mit sich, als klar wird, dass die Nostromo nicht zufällig das Alienraumschiff angesteuert hat und wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen. Die Crew ist entbehrlich. Natürlich. Ansonsten ist die Story eher zweckmäßig, auch wenn sie nie oberflächlich und simpel erscheint, so ist sie es doch. Das ändert jedoch nichts an der Spannung und dem Nervenkitzel, den Alien verursacht. Hinsichtlich einer perfekt inszenierten Welt und Atmosphäre macht bis heute kaum ein Film Alien etwas vor.

Alien ist ein schweißgebadeter, albtraumhafter Meilenstein der Filmgeschichte. Die Menschenjagd durch das Alien im kühlen und düsteren Raumschiff und der anschließende Rückschlag durch eine der bemerkenswertesten und stärksten Frauenrollen aller Zeiten, ist ein Fest für alle Filmfans und jene die es noch werden wollen. Muss man gesehen haben.

OT: Alien DT: Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt VÖ: 1979 Laufzeit: 117 Minuten FSK: 16 R: Ridley Scott D: Sigourney Weaver, Harry Dean Stanton, John Hurt
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Christian

Bildquelle: 20th Century Fox

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