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Babysitter Wanted (2008)



Studentin Angie ist zu Hause ausgezogen und will nun auf eigenen Beinen stehen. Um das nötige Geld für dieses Vorhaben zu bekommen, nimmt sie einen Babysitterjob auf dem Land an. Leicht verdientes Geld, doch in der Nacht bekommt sie seltsame Anrufe und hört schaurige Geräusche. Als dann plötzlich eine unheimliche Gestalt vor der Tür steht verfällt Angie in Panik und Angst...

Eine junge Frau. Ein Haus. Ein Eindringling. Gäääääääähn. Das kennen wir und haben es schon mindestens zig Mal gesehen. Doch ab und zu durchbricht eine Oase der Kreativität die Ödnis des Subgenre. Zuletzt waren das für mich Kristy und The House Of The Devil. Auch Babysitter Wanted liefert einige Neuigkeiten für die bereits gesättigten Fans.

Doch bevor der Film soweit ist, bekommen wir eine recht gemütliche oberflächliche Einführung der Hauptfigur, ins Setting und der Umgebung. Hauptfigur Angie ist das sympathische Casual-Girl, bei der es uns sehr leicht fällt mitzufiebern. Nach einer knappen halben Stunde beginnt dann der Grusel oder zumindest das was scheinbar schaurig sein soll. Babysitter Wanted versprüht dabei "Film von der Stange"-Charme. Hier ein Schatten, da ein Geräusch. Alles ganz harmlos und kaum spannend.


Dann folgt der große Twist und der Film ist komplett auf den Kopf gestellt. Schwer zu sagen mit welchen Folgen. Auf jeden Fall befindet man sich plötzlich in einem ganz anderen Subgenre. Aber mehr Spannung und vor allem mehr Horror gibt es trotzdem nicht. Die Inszenierung ist zu gewöhnlich, zu standardisiert. Die Darsteller sind alles andere als überragend, aber ausreichend für diese Art Film. Auch die Story samt Twist ist okay und kurzzeitig überraschend. Aber alles wirkt so trocken, unemotional, unbedeutend und hausbacken.

Einige Szenen sind ziemlich witzig auf eine lächerliche Art. Auch die Musik wirkt komplett deplatziert. Zwischenzeitlich war ich mir nicht ganz sicher, ob der Film nicht lieber eine Genreparodie sein will. All das schadet bei aller Originalität der Dramaturgie des Films ungemein. Irgendwann säuft der Film dann in seiner eigenen Dunkelheit ab. Der Film ist so dunkel, dass man letztlich gar nichts mehr sieht. Vielleicht auch ein Stilmittel um das geringe Budget zu kaschieren. Nicht mal die wenigen heftigeren Szenen können über die Schwachpunkte hinweg sehen lassen, sorgten aber immerhin für eine Indizierung der ungekürzten Fassung.

Babysitter Wanted ist ein seltsamer Genremix, der ein paar nette Ideen verbuchen kann, aber vor allem an seiner handwerklich bescheidenen Inszenierung leidet. Spannung, Grusel oder gar Unterhaltung wollen hier nie wirklich aufkommen. Der dezente Retro-Gedanke und auch der Twist sind lobenswert, aber das war es dann auch schon. Wirklich schade!

ACHTUNG! Alle in Deutschland frei erhältlichen Fassungen des Films sind geschnitten!

OT: Babysitter Wanted VÖ: 2008 Laufzeit: 93 Minuten FSK: - R: Jonas Barnes, Michael Manasseri D: Tina Houtz, Sarah Thompson, Matt Dallas, Bruce Thomas, Bill Moseley
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Big Screen Entertainment Group, KSM, NSM

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