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DOA: Dead Or Alive (2006)



Dead Or Alive ist die Verfilmung des gleichnamigen Videospiels rund um ein geheimes Kampfturnier auf einer abgelegenen Insel. Verschiedene Kämpfer, verschiedene Kampfstile, aber nur ein Sieger. Auch Prinzessin Kasumi, deren Bruder Hayate beim letzten Turnier ums Leben gekommen ist, macht sich auf um sich und ihre Familie zu rächen.

Das Beat'em-Up-Game Dead Or Alive ist vor allem für freizügige Babes und harte Kämpfe berühmt geworden. Zumindest eines davon bietet auch der hanebüchene Film an. Nein, keine harten Fights, aber die Babes liefert der Film. Nicht immer ganz korrekt zum Spiel besetzt, kann DOA immerhin die gern gesehene Devon Aoki als Kasumi, Holly Valance als Christie, Natassia Malthe als Ayane und Jaime Pressly als Tina aufbieten. Diese dürfen auch mehr oder weniger bekleidet rumspringen, kämpfen, im Bikini Volleyball spielen, Männer verführen und tatsächlich auch mal was sagen...


Eine wirkliche Story bekommt man nicht. DOA ist reinster Trash. Immerhin nimmt der Film weder seine fadendünne Handlung noch seine Figuren zu keiner Sekunde ernst. Es gibt sogar tatsächlich ein paar gelungene Gags, aber meistens nur zum Fremdschämen einladende Dialoge, die so hölzernd sind wie das Effektholz der Kulissen. Das Budget des Films scheint so knapp wie die Outfits der Kämpferinnen. So sind die Spezialeffekte haarsträubend schlecht. Kein Greenscreen, der nicht auch wie einer aussieht. Kaum zu glauben, dass bei IMDb über 20 Mio Dollar Produktionskosten veranschlagt werden.

Aber das ist dann auch egal. Die Fights selbst sind größtenteils eher auf Slapstick, als auf Härte ausgelegt. Das passt zum Ton des Films, nimmt diesem aber eine der wenigen Möglichkeiten zu punkten. Aber immerhin gibt es wenigstens einen Haufen Kämpfe, im Gegensatz zu einigen anderen Beat'em-Up Verfilmungen. Trotzdem kann es das Drehbuch nicht lassen am Ende mit einem völlig unnötigen, dramatischen Kniff aufzufahren. Die spätere Tekken-Verfilmung lässt grüßen.


Nun zum wichtigsten - dem Fanservice. In der Tat hat der DOA-Film einige nette Anspielungen auf die Spielserie. Vor allem das kleine Volleyballmatch ist eine schöne Verbeugung vor dem Game Dead Or Alive Xtreme Volleyball. Die Outfits zu den Kämpfern und Kämpferinnen sind meistens von der Vorlage inspiriert. Es wurde auch versucht möglichst viele DOA-Kämpfer im Film unterzubringen. Äußerlich passt nicht immer alles, aber man hat sich schon Mühe gegeben nicht völlig gegen die Figuren zu casten. Natürlich gibt es viel nackte Haut zu sehen. Das ist immerhin das Alleinstellungsmerkmal des Franchise. Trotzdem bleibt alles jugendfrei.

Dafür hat DOA mit Eric Roberts einen echten Veteranen an Bord. Der ewige Bösewicht Roberts hat schon viele fragwürdige Rollen gespielt und scheint auch keine persönlichen Hürde bei der Rollenwahl zu kennen, aber Dead Or Alive dürfte sicherlich zu seinen fünf schlimmsten Performances gehören. Positiv an DOA ist, dass er nicht länger wirkt als er ist und das er letztlich auch keinem weh tut. Der Film für sich ist zwar ziemlich mau, aber nicht so schlecht, dass man sich über ihn lange ärgern muss. Ich als Fan der Spiele-Reihe hatte sogar recht viel Spaß mit der Verfilmung.


Highlight des Films ist der Fight zwischen Christie und Helena im Regen am Strand. Hier kann der Film tatsächlich mal mit etwas Ästhetik glänzen. Davon hätte Dead Or Alive mehr vertragen können. Ansonsten holt DOA aber schon ein oaar Kohlen aus dem Feuer. Man darf eben nicht mehr erwarten, als einen humorvollen Light-Martial-Arts Streifen mit hübschen Mädchen und viel Unsinn.

Dead Or Alive war eine finanzielle Katastrophe. Auch der Film selbst ist für Unwissende eine unglaubliche Zumutung. Wer aber etwas mehr Gefallen an den Spielen und ihren Humor hat, der wird durchaus einige nette Momente der Unterhaltung entdecken, trotz der unübersehbaren Schwachpunkte des Films. Dead Or Alive sichert sich dadurch Platz 2 in meinem internen Ranking der Beat'em-Up Verfilmungen, direkt nach Mortal Kombat.

OT: DOA: Dead or Alive VÖ: 2006 Laufzeit: 87 Minuten FSK: 12 R: Corey Yuen Kwai D: Eric Roberts, Devon Aoki, Holly Valence
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Christian

Bildquelle: Highlight, Constantin Film

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