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Drive Angry (2011)



Milton bricht aus der Hölle aus um Rache zu nehmen. Um Rache für seine ermordete Tochter und für seine entführte Enkeltochter zu nehmen. Milton hat zwei Tage bis zum nächsten Vollmond Zeit, ehe eine okkultische Sekte auch seine Enkelin opfern wird. Ihm auf der Spur ist der Buchhalter, ein Gehilfe des Teufels, der Milton unbedingt zurück in die lodernden Flammen der Hölle befördern soll.

Was für ein bescheuerter Plot und was für ein bescheuerter Film! Trotzdem wurde ich ziemlich gut unterhalten, denn Drive Angry gehört zu der berühmten Sorte Film, die so schlecht ist, dass man prächtig unterhalten wird. Wie gesagt, Drive Angry kriegt sicherlich einen der Preise für die dümmste Filmstory der letzten Jahre, aber auf der anderen Seite glänzt der Film mit rasantem Tempo, einigen heftigen Gore-Szenen, knallender Rockmusik und einem vor allem gut aufgelegtem Darstellerduo.

Regisseur Patrick Lussier adaptierte für Drive Angry neben einigen Darstellern (wie Tom Atkins) auch den markanten 3D-Effekt aus seinem Horror-Remake My Bloody Valentine 3D. In 3D ist Drive Angry in der Tat auch optisch reizvoll, in der 2D-Variante wirken die meisten Gore-Momente und eindeutigen 3D-Szenen ziemlich billig. Handgemachte Effekte sucht man in Drive Angry meist vergeblich, hier kommt eigentlich alles aus dem Rechner. Schade.

Der Film hangelt sich inhaltlich von Setting zu Setting. An den Handlungsorten passiert erzählerisch eigentlich nie etwas, sie sind lediglich abwechselnde Kulissen für den nächsten großen Shoot Out. Und diese Schießereien haben es in sich. Milton, gespielt von Nicolas Cage, nimmt keine Gefangenen und schießt seinen Widersachern jedes erdenkliche Körperteil ab. Die Gewalt ist allgegenwärtig und hat keinen tieferen Sinn oder Zweck. Sie dient lediglich der Unterhaltung.


Natürlich trägt Nicolas Cage wieder eine schicke Haartolle und natürlich sind die Zeiten seiner besseren Performances längst vorbei, aber Drive Angry merkt man an, dass der Actionstar wirklich Spaß am Dreh hatte. Eine Seltenheit in den letzten Jahren. An seiner Seite befindet sich die hübsch anzusehende Amber Heard (The Ward, Machete Kills, Mandy Lane), die prädestiniert ist für jede Art Horror- und Actionfilm. Die beiden harmonieren nahezu perfekt und bekommen mit dem großartigen William Fichtner und dem ebenfalls sehenswerten Billy Burke zwei lustig aufspielende Schurken gegenüber gestellt.

Drive Angry entpuppt sich als kleine Hommage ans große Exploitationkino und nimmt sich in keiner Sekunde ernst. Spätestens bei der furiosen Sexschießerei merkt man, dass man während der knapp 100 Minuten lieber das Hirn ausschalten sollte. Die Zeit vergeht wie im Flug. Selten ein Nachteil für einen Film. Ebenfalls lobenswert ist der nicht grade kreative Rocksoundtrack, der aber wie geschneidert für einen solchen Streifen ist.

Drive Angry steht für pausenlose, höchst unterhaltsame Action. Die Story ist dumm, die Darsteller übertreiben ohne Ende, aber dieses Brett macht einfach nur eine Menge Spaß. Wer Grindhouse/Exploitation oder generell aktuellere Filme wie Crank oder Hobo With A Shotgun liebt, kommt an Drive Angry nicht vorbei.

OT: Drive Angry VÖ: 2011 Laufzeit: 105 Minuten FSK: 18 R: Patrick Lussier D: Nicolas Cage, Amber Heard, William Fichtner
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Christian

Bildquelle: Warner

1 Kommentar:

  1. Leider fand ich den Film richtig schlecht. Die Charaktere fand ich unsympathisch und die Dialoge nervig. Ich musste in der Mitte aufhören, weil es eine Qual war. Ich hab dann aber doch noch die zweite Hälfte geguckt und muss zugeben, dass er zum Ende besser wird. Aber immer noch nicht (annähernd) so gut, dass ich ihn irgendjemand empfehlen würde. Lustigerweise habe ich ja ihn auch nur geguckt, weil er mir von anderen Leuten empfohlen wurde.

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