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Escape From New York (1981)



In der Zukunft ist der Big Apple, New York, ein riesengroßes Gefängnis. Die Kriminalität ist extrem gestiegen und anders weiß man sich nicht mehr zu helfen mit all den Verbrechern. Das Hochsicherheitsgefängnis dient nun mehr der Vollendung einer anarchistischen Gesellschaft durch Amerikas schlimmste Schurken. Blöderweise stürzt ausgerechnet der US-Präsident über New York ab und befindet sich nun Mitten im Abschaum der Gesellschaft. Jetzt liegt es am verurteilten Ex-Soldaten Snake Plissken das Staatsoberhaupt, aber auch sich selbst zu retten. Dafür hat Snake 23 Stunden Zeit...

Hach John Carpenter, du großartiger Filmemacher und Komponist. The Thing, Halloween, They Live, Big Trouble In Little China, Assault On Precinct 13 und natürlich Escape From New York. Carpenter hat über mehrere Jahrzehnte Filmgeschichte geschrieben und uns viele Genreperlen geschenkt, die heute zu meinen absoluten Lieblingsfilmen zählen.

In Escape From New York darf sich mal wieder Kurt Russell in einem Carpenter austoben. Die beiden arbeiteten in ihren langen Karrieren recht häufig zusammen. Neben Escape From New York und etwas weniger Escape From LA, profitierten vor allem The Thing und Big Trouble In Little China von der fruchtbaren Kooperation der beiden. In Escape From New York spielt Russell Snake Plissken, einen Helden der wie geschaffen ist für das 80er Jahre Kino. Augenklappe, muskulös und immer einen flotten Spruch auf den Lippen.

Im Grunde ist Escape From New York ein Actionfilm in einem Endzeit-Setting. New York als düstere, zerstörte und einengende Kulisse ist neben Russell der große Star des Films. Carpenter hatte schon immer ein hervorrangendes Gespür für Stimmung, Atmosphäre und dem Prinzip "weniger ist mehr". Snake streift durch eine authentische, lebensfeindliche Welt. Hinter jeder Ecke lauern Gefahren. So wird auch schnell klar, warum Snake den Präsidenten so schnell aus dieser Hölle befreien muss. Lange würde dieser hier nicht überleben. Für die Eindringlichkeit sorgt Carpenters Spiel mit Licht und Schatten und der Fähigkeit seines Kameramanns den Schmutz und Dreck der Szenerie gekonnt einzufangen.


Der Film ist nicht unbedingt gut gealtert. Für mich ist Escape From New York zwar ein zeitloser Kultfilm und Klassiker, aber am anfangs langsamen Pacing und an einigen Effekten dürften sich einige stören. Die Story selbst ist nicht besonders originell, liefert aber ein perfektes Set-Up für den 90 minütigen Spannungsbogen eines Actionfilms. Kurt Russells Präsenz allein reicht schon aus um den Film mit Leichtigkeit zu tragen. Dass die Besetzung der Nebenrollen mit Donald Pleasence (Halloween, Phenomena), Lee Van Cleef (The Good, The Bad And The Ugly), sowie Ernest Borgnine (The Dirty Dozen) aber kein Gewinn für den Film ist, wäre glatt gelogen.

Dem Film wird oft eine plakative Oberflächlichkeit vorgeworfen. Zu Unrecht, denn das Drehbuch beschäftigt sich schon mit der steigernden Kriminalität und Verlogenheit der Politik in den USA Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Escape From New York gibt dort ein klares Statement ab. Auch Plissken fragt den Präsidenten am Ende, wie es sich denn mit dem Gedanken lebt, dass für seine Rettung Menschen sterben mussten. Der Zerfall der Gesellschaft scheint unaufhaltbar.

Wie die meisten von euch wissen, ist Carpenter nicht nur Regisseur, sondern auch Komponist der Filmmusik einiger seiner Filme. Am bekanntesten dürfte natürlich desbezüglich Halloween sein, aber der Synthie-Score aus Escape From New York ist ebenfalls ganz großartige Kunst. Die futuristischen Klänge treiben die Spannung noch zusätzlich nach oben. Wenn sich das mit unvergesslichen Szenen wie dem Gladiatorenkampf oder der Verfolgungsjagd zum Ende paart, ist das ganz großes B-Movie-Kino. Chapeau Mr. Carpenter!

John Carpenter hat mit Escape From New York einen heute noch großartigen Endzeit-Actionfilm geschaffen und gemeinsam mit Kurt Russell eine der coolsten Filmfiguren aller Zeiten. Snake Plissken tritt auch über 30 Jahre nach Release noch jedem Schurken in den Arsch. Absoluter Kultfilm, den jeder mal gesehen haben sollte.

OT: Escape From New York DT: Die Klapperschlange VÖ: 1981 Laufzeit: 99 Minuten FSK: 16 R: John Carpenter D: Kurt Russell, Lee Van Cleef, Ernest Borgnine, Donald Pleasence, Isaac Hayes, Harry Dean Stanton
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Christian

Bildquelle: Studio Canal

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