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Macabre (2009)



Eine Gruppe von Freunden will in einer regnerischen Nacht nach Jakarta fahren. Unterwegs treffen sie auf eine Anhalterin, die einen ziemlich schüchternen, aber netten Eindruck macht. Die junge Frau lädt die Gruppe zu sich nach Hause ein. Dort treffen sie die ungewöhnliche Mutter des Mädchens und schon bald beginnt ein unglaublich blutiger Albtraum...

Der Asia-Horrorfilm Killers fand im letzten Jahr viel Anerkennung. Hinter dem brutalen und intensiven Film stecken die selbsternannten Mo Brothers (Timo Tjahjanto, Kimo Stamboel), die bereits 2009 mit dem Kannibalenhorror Rumah Dara auf sich aufmerksam machen. Der Streifen wurde international als Macabre vermarktet, was eine ziemlich gute Bezeichnung für den Inhalt des indonesischen Films abgibt.

Neben den zumindest Insidern bekannten Regisseuren, von denen Timo Tjahjanto auch schon Beiträge für The ABCs Of Death und V/H/S 2 ablieferte, sind mit Arifin Putra und Julie Estelle zwei Darsteller des großartigen Casts aus The Raid 2 mit an Bord. Dank Gareth Evans und eben dieser The Raid-Reihe hat das indonesische Kino ganz plötzlich internationales Interesse geweckt.


In Indonesien lässt sich Kunst scheinbar recht freizügig gestalten, anders sind Gewaltorgien wie in The Raid und Macabre nicht zu erklären. Da hat man sich wohl einiges aus Japan abgeschaut. Aber das ist nicht schlimm, ganz im Gegenteil. Macabre spart nicht mit Blut. Besonders das letzte Drittel hat es richtig in sich bezüglich der Ver(sch)wendung der roten Flüssigkeit. Der Film ist definitiv nur für echte Gorehounds empfehlenswert.

Macabre ist ein recht feministischer Film. Die Männerrollen des Films haben nicht viel zu sagen und wirken wenig selbstbewusst oder gar stark. Ganz anders die weiblichen Figuren. Sowohl auf der Prota- als auch auf der Antagonistenseite überzeugen die Figuren. Die böse Mutter ist fantastisch einsilbig und dabei sehr furchteinflössend. Kein Wunder, dass ihre männlichen Handlanger ihr jedes Wort von den Lippen ablesen. Dass der feministische Ton kein Zufall ist, beweisen auch die Figuren der schwangeren Frau und von Julie Estelle, die ein tapferes, mutiges Stehaufmädchen ist. Macabre lässt die Frauen siegen, die Frauen stets wiederauferstehen und die Frauen grundsätzlich sich selbst befreien. Das gefällt.


Irgendwann im Film tauchen ein paar ganz besonders naive Polizisten auf, die wohl einen humorvolleren Ton anschlagen sollen. Das hätte man sich sparen können. Im ohnehin nicht grade umfangreich talentierten Cast fallen diese Herrschaften besonders negativ auf. Zudem bin ich eh kein Fan von Filmen, die sich nicht für eine Grundstimmung entscheiden können. Aber Macabre macht atmosphärisch nicht viel verkehrt. Wäre nur die Handlung nicht so dünn wie Pauspapier.

Noch ein kleiner Hinweis: Macabre sollte man am besten im indonesischen Originalton mit Untertiteln schauen. Die deutsche Synchro ist ziemlich daneben. Auch die Klangqualität der deutschen Fassung ist unterirdisch für einen modernen Film.

Macabre funktioniert letztlich als Mischung aus den klassischen Texas Chainsaw Massacre Motiven und der Gewaltzelebrierung des französischen Terrorkinos (Inside, High Tension, Martyrs) der 00er Jahre, ohne aber einen entscheidenen Impact zusetzen. Dafür haben wir alle Elemente Macabres in anderen Filmen schon besser gesehen. Wirklich viel falsch kann man als Genrefan mit dem Film der Mo Brothers jedoch auch nicht machen.

ACHTUNG! Die deutsche Kaufhausfassung ist erheblich gekürzt!

OT: Rumah Dara IT: Macabre VÖ: 2009 Laufzeit: 95 Minuten FSK: - R: Timo Tjahjanto, Kimo Stamboel D: Shareefa Daanish, Ario Bayu, Julie Estelle, Ruly Lubis
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Dragon Entertainment

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