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Predator (1987)



Major Dutch Schaefer und seine erfahrene Truppe wird vom CIA in den Dschungel Südamerikas gerufen um Geisel aus den Händen von Guerilla-Kämpfern zu befreien. Doch schon bald wird klar, dass etwas ganz anderes die Männer durch den Wald jagt. Etwas außerirdisches, unsichtbares und vor allem scheinbar unbesiegbares.

"If it bleeds, we can kill it."

Predator
ist die Blaupause eines perfekten Actionfilms. Alles was Genreliebhaber an Actionfilmen lieben ist in dieser Schatztruhe von Film zu finden. Zwar liest sich die Story relativ simpel und ja das ist sie auch, doch offenbart sie derartige viele Stärken, wie sie mir in kaum einen anderen Actionkracher je wieder begegnet sind. Bleiben wir bei der Story, die zunächst stinknormal wirkt. Ein paar Soldaten jagen andere Soldaten im Rambo-Stil. Doch für Predator ließ man sich eine Zutat einfallen, die den kompletten Film auf den Kopf stellt. Nach einer knappen Stunde sind die Muskelmänner um Dutch Schaefer nicht mehr die unverwundbaren Söldner, die noch vor wenigen Minuten ein ganzes Lager von Schurken befreit haben und nur wenige Kratzer erlitten haben. Nein, in der Folge sind die Veteranen selbst die Gejagten. Ein unsichtbares, cleveres Wesen aus dem All hat es auf sie abgesehen. Bestens getarnt und bestens ausgerüstet für alle Kampfsituationen.

Wer will kann hier Vietnam-Verarbeitung aufschnappen, aber ich erkenne in dem Film keine tiefgründige Botschaft. Der Film will einfach nur unterhalten und seinen großen Actionhelden Arnold Schwarzenegger möglichst stark präsentieren. An seiner Seite befinden sich u.a. Carl Weathers (Rocky I-III), Jesse Ventura (Running Man) und Bill Duke (Commando). Alles beinharte Kerle mit dicken Wummen im Anschlag. Die Typen sind alle sympathisch und bekommen auch ihre Momente, sei es durch großartige One-Liner ("I ain't got time to bleed.") oder durch scharfe Munition gesprochen. Und dann ist da noch der Feind aus dem All. Der Predator. Anfangs unsichtbar und nur aus der Egoperspektive und Wärmesichtbild zu erkennen, später dann in seiner ganzen, ekelhaften Pracht. Ich kann mich bis heute nicht entscheiden welchen Antagonisten ich cooler finde, den Predator oder das Alien.


Predator ist über 100 Minuten Hochspannung. Die hitzige und schwüle Dschungelatmosphäre trägt ihr übriges dazu bei. Ein unübersichtliches Labyrinth aus Bäumen. Perfekt für einen Jäger wie den Predator. Die Effekte sind erstklassig, aber vor allem der ziemlich geniale Soundtrack bringt die Stimmung auf den Hochpunkt. Das Maintheme des Films gehört für mich zu den prägendsten der Filmgeschichte. Ein weiterer Pluspunkt des Films ist die Brutalität. Der Bodycount des Films ist extrem hoch und das schon bevor der Predator überhaupt in Erscheinung tritt. Jenen Bösewicht, den man zu Beginn des Films schon mal andeutet, hat man längst in den Hintergrund verdrängt. Aber dann der Twist. Knallhart und rasant. Die Dynamik des Films ist eine der ganz großen Stärken des Actionfeuerwerks.

Auch der finale Showdown zwischen dem Predator und Arnold ist ganz großes Kino. Der Film erstickt fast in Hochspannung. Hier stehen sich zwei ebenbürtige Rivalen gegenüber. Kult, absoluter Kult. Nicht umsonst bilden die beiden eines der berühmsten Filmpaare der 80er Jahre und das ganz ohne Romantik. Wie kann auch Romantik aufkommen, wenn das einzige Motiv des Antagonisten die Jagd nach menschlichen Trophäen ist.


Alle Waffen helfen nicht. Am Ende sind es Dutch Schaefers Erfahrung und Instinkte, die dieses Duell entscheiden. Diese Dschungeljagd ist einfach fantastisch und Regisseur John McTiernan zeigte hier bereits vor Die Hard, zu welchen Genregroßtaten er fähig sein würde. Das ist ganz großes Testosteronkino für die VHS-Generation. Aber auch heute funktioniert Predator tadellos. Nicht ein Körnchen Staub hat sich auf den Film gelegt nach all den Jahren.

Lieber Gott des Actionfilms, warum hast du es ab Mitte der 90er Jahre verhindert, dass wir in den Genuss so toller Actionfilme wie Aliens, Terminator 2, Rambo, Robocop oder eben Predator kommen? Was ist passiert? Heutige Actionfilme haben riesige Probleme auch nur annähernd die Qualitäten solcher Klassiker zu erreichen. Predator ist in jedem Genreranking ganz oben mit dabei - Kein Wunder, denn Predator ist einfach ein absolut perfekter Film.

OT: Predator VÖ: 1987 Laufzeit: 107 Minuten FSK: 16 R: John McTiernan D: Arnold Schwarzenegger, Carl Weathers
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Christian

Bildquelle: 2oth Century Fox

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