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Starry Eyes (2014)



Sarah Walker ist eine junge Schauspielerin, die auf den großen Durchbruch wartet. Geplagt von Konkurrenz, mangelnden Rollen und ihrem schlecht bezahlten Nebenjob begibt sie sich in die Hände einer Produktionsfirma, die Sarah zum großen Star ihres neuen Horrorfilms machen wollen. Doch der Horror wird sich nicht nur vor der Kamera abspielen.

Starry Eyes galt als einer der vielversprechendsten Horrorfilme des letzten Jahres. Seine ruhige, aber spannende Erzählstruktur, die man sonst eher von Ti West (The House Of The Devil, The Innkeepers, The Sacrament) gewohnt ist und die Retro-Schockmomente, ganz im Stil eines Dario Argento, lassen in der Tat aufhorchen. Kevin Kolsch und Dennis Widmyer erzählen in der Tat sehr gemütlich. Sarahs Charakter wird lang und ausgiebig eingeführt. Die permanente Angst vor dem großen Scheitern in der Welt Hollywoods ist spürbar - in jeder Sekunde. Getrieben von Verzweiflung begleiten wir Sarah auf Vorsprechen, in ihrem Fast-Food-Job und im Umgang mit ihren naiven Kollegen und Freunden.

Vereinzelt schieben sich Horrorelemente in die Geschichte. Denn Sarah hat mehr als nur berufliche Probleme. Ihre Persönlichkeit leider. Immer wieder gerät sie in unkontrollierbare Zustände - mit verherrenden Folgen. Ähnlichkeiten zu Richard Bates Excision offenbaren sich permanent. Das ist jedoch äußerst positiv hervorzuheben, da klassischer Psychohorror heute leider kaum noch stattfindet. Leider entwickelt sich die auf dem Papier recht spannende Story auf der Leinwand zunächst weniger packend. Zwar hängen wir an Sarah und leiden mit ihr, aber eine stetige Distanz zu ihr lässt sich nicht verhindern. Zu fremd erscheint uns die Welt in der sie lebt.


Im letzten Drittel beginnt dann erst der eigentliche Horror. Klassische Cronenberg-Formeln sorgen für Eyecatcher, der ganz ekelhaften Art. Wurzeln ist das Zauberwort. Die Stärken zieht Starry Eyes aus den Stärken der Vergangenheit. Aus den großen Zeiten des Horrorfilms. Sarahs Wandlung lässt auch den Film von Subgenre zu Subgenre springen. Psychoterror, Bodyhorror, Okkultschocker und am Ende sogar ein lupenreiner und vor allem drastisch expliziter Slasher. Sarahs Entwicklung geht am Ende vielleicht etwas zu schnell, auch wenn der Film selbst nie rasant ist. Grade als man nichts mehr erwartet, explodiert der Film vor Gewalt und Exzess.

Starry Eyes ist ein wunderbar fotografierter Film, der durch zahlreiche fantastische Szenen glänzt. Der Synthie-Sound passt perfekt und begleitet mit seinen düsteren Klängen die Stärken des Films. Die Rolle der Sarah ist natürlich prädestiniert für eine große Performance und eben solche liefert die bis dato unbekannte Alex Essoe auch ab. Formal ist an Starry Eyes kaum etwas auszusetzen.

Starry Eyes ist in jeder Hinsicht extrem. Er reizt die Genregrenzen bis zum Horizont aus, betritt Pfade in jede Richtung und nutzt vor allem seine Technik für einige der einprägsamsten Horrormomente der letzten Jahre. Langsam, grausam und faszinierend - das ist Starry Eyes.

OT: Starry Eyes DT: Starry Eyes - Träume erfordern Opfer VÖ: 2014 Laufzeit: 98 Minuten FSK: 18 R: Kevin Kolsch, Dennis Widmyer D: Alex Essoe, Amanda Fuller, Noah Segan
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Christian

Bildquelle: Turbine Medien

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