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The Texas Chainsaw Massacre (2003)



Fünf junge Leute sind auf dem Weg zu einem Konzert der Band Lynyrd Skynyrd. Unterwegs treffen sie eine verwirrte Anhalterin, die sich im Auto der Freunde wie aus dem nichts selbst hinrichtet. Auf der Suche nach Hilfe wird die Angelegenheit nicht besser, denn sowohl die ländlichen Einwohner, als auch der vermeintliche Sheriff wollen nicht wirklich helfen. Und dann ist da noch ein maskierter Riese mit Kettensäge...

Ein paar Jahre vor der Remake-Welle berühmter Horrorklassiker versuchte Michael Bays Produktionsstudio Platinum Dunes sich schon mal mit einem Test in Stellung zu bringen, um auszuloten welch finanzieller Effekt durch das Neuverfilmen diverser Filmperlen entstehen könnte. Der erste größere Versuch unter der Regie des deutschen Regisseurs Marcus Nispel (Conan 3D, Friday The 13th 2009) wurde wenig überraschend zu einem großen, weltweiten Erfolg, trotz hauptsächlich bescheidener Kritiken.


Dabei gehört der Film von 2003 tatsächlich zu den besseren Remakes der letzten 10-15 Jahre. Das hat der Film zum einen seiner dunkel-düsteren, gar richtig dreckigen Atmosphäre zu verdanken, aber zum anderen auch dem Drehbuch, das sich ziemlich dicht an das Original aus den 70ern hält. Leider wurden einige wenige Dinge abgeändert, die dann auch dafür sorgen, dass der Film nicht die Klasse des Originals erreicht.

Da wäre vor allem die Rolle des Fake-Sheriffs Hoyt, gespielt von Ronald Lee Ermey (Full Metal Jacket), die viel zu präsent ist und sowohl den jungen Darstellern als auch Fiesling Leatherface komplett die Rolle stiehlt. Dadurch zieht sich der Film zwischenzeitlich ganz schön in die Länge. Zum Ende gibt es einige zu offensichtliche Plottwists in die Hauptdarstellerin Jessica Biel reingezogen wird. Manchmal wäre weniger eben mehr.

Von allen Episoden des umfangreichen Texas Chainsaw-Franchises dürfte dieses Remake der zarte unter den harten Filmen sein, vor allem im Vergleich zu Texas Chainsaw Massacre: The Beginning. Es fließt Blut, es werden auch Körperteile voneinander getrennt, aber alles recht verdaulich und selten wirklich explizit. Die Darsteller, wie angesprochen vor allem Ermey, machen ihre Sache gut bis passabel. Jessica Biel ist ein würdiges Fangirl, auch wenn unklar ist, wann genau im Film die Darstellerin ihren BH verloren hat. Was soll's. Ganz so übertrieben wie bei Alexandra Daddario in Texas Chainsaw 3D hat man hier nicht.


Der Film funktioniert gut was Unterhaltung angeht, aber eher mittelmäßig als Horrorfilm. Während das Original den Horror aus seiner Atmosphäre, dem Sound und der Menschenfeindlichkeit zog, versucht es das Remake eher mit den bekannten Mitteln der Marke Jumpscare. Gruselig ist der Film nicht, auch wenn es eine nette Szene gibt, in der Erin entdeckt, dass Leatherface das Gesicht ihres Freundes Kemper als Maske trägt.

Marcus Nispels Texas Chainsaw Massacre gehört auch heute noch zu den besseren Ergüssen der Remake-Welle des letzten Jahrzehnts. Jedoch muss ich eingestehen, dass mir der Film damals wesentlich mehr gefallen hat. Obwohl erst 12 Jahre alt, wirkt der Film leicht angestaubt, kann aber trotzdem mit seiner Atmosphäre, Ronald Lee Ermey, aber vor allem Jessica Biel überzeugen. Handwerklich sauber - emotional und erzählerisch dagegen kaum erwähnenswert.

OT: The Texas Chainsaw Massacre DT: Michael Bay's Texas Chainsaw Massacre VÖ: 2003 Laufzeit: 98 Minuten FSK: 18 R: Marcus Nispel D: Jessica Biel, Eric Balfour, Ronald Lee Ermey
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Christian

Bildquelle: Highlight, Constantin Film, New Line Cinema

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