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Cyrus: Mind of a Serial Killer (2010)



Ein Fernsehteam ermittelt auf dem Land über das Verschwinden einiger Leute. Dabei kommen sie einem Mann nahe, der sich erstaunlich gut auskennt und höchst intim und aufschlußreich von einem ortsansässigen Killer namens Cyrus berichten kann. Cyrus ist die Geschichte des Mörders.

Cyrus: Mind Of A Serial Killer ist ein äußerst bescheidenes Portrait eines fiktiven (aber "based on a true story") Serienkillers. Der No-Budget-Film mit Scream-Queen Danielle Harris (Halloween 4-5, Hatchet 2-3, See No Evil 2) und Altstar Lance Henriksen (Aliens, Terminator) in den Hauptrollen bleibt über seine komplette Laufzeit hinweg enttäuschend. Die Produktion ist äußerst billig und nicht auf Film gedreht, am Ende auch nicht besonders gut editiert, was Cyrus einen unglaublich billigen Touch verleiht. Nicht mal Fans sei der Horrorfilm empfohlen, da die Erzählstruktur in Rückblenden dem Stoff sowohl die Atmosphäre, als auch die Spannung raubt und die Splattermomente ebenfalls völlig belanglos und langweilig inszeniert sind.

Im deutschsprachigen Raum wurde der Film tatsächlich wesentlich größer vermarktet als er eigentlich ist, schön verpackt im teuren Mediabook. Für Sammler eine nette Sache, aber ein so missglückter Film hat nun wirklich keine Form der Sonderverpackung verdient. Ich will dem Film nichts unterstellen, aber ich persönlich habe mich etwas für dumm verkauft gefühlt. Der Film versucht ein Mysterium um den Killer aufzubauen, dabei wissen wir nach fünf Minuten wen Danielle Harris da grade für ihre TV-Show interviewt und was diese Person im Schilde führt. So löst sich der entscheidende Twist am Ende in Luft auf. Wer das nicht erkennt, hat noch nicht viele Horrorfilme, Krimis oder Thriller gesehen. Das ist kein Kniff, kein Stil, sondern einfach nur völlig arm geschrieben und umgesetzt.

Das Drehbuch ist wenig innovativ und hangelt sich von jedem erdenklichen Klischee zum nächsten. Psychologisch macht es sich der Film so einfach wie möglich und will nur oberflächlich Erklärungen für Dinge liefern, die nur schwer zu entmystifizieren sind. Schwere Kindheit, betrügende Frau, Mami im Rotlichtmilieu. Das 1x1 des Serienkillerfilms. Aber ich bin ehrlich, an Cyrus stimmt an so wenigen Ecken und Enden etwas, dass eine besser entwickelte Geschichte auch nicht wirklich geholfen hätte. Am ehesten lohnt es sich Cyrus auf Grund der Darsteller zu sehen. Die Nebenfiguren werden äußerst schlecht verkörpert, aber Danielle Harris und Lance Henriksen versuchen immerhin den Film etwas am Leben zu halten. Leider bekommen sie trotz ihrer, zumindest im Genrekino, großen Namen zu wenig Zeit zu glänzen. So bleibt aber immerhin noch Brian Krause, dem man die Leidenschaft für seine Figur als Killer durchaus abnimmt. Das geht in Ordnung, wirklich.

Auf der Horror-Seite gibt es ein paar deftigere Gewaltspitzen, die aber an ihrer preisgünstigen Inszenierung scheitern. Gruselig, spannend oder gar atmosphärisch ist Cyrus nie. Dafür sorgt schon die Optik des Films. Liebe Produzenten, liebe Regisseure - lasst eure Filme auf Film drehen und produzieren. Das wertet jeden Film auf! Selbst einen Cyrus. Chance vertan.

Cyrus ist ein kleiner, unspektakulärer Horrorthriller, der es weder schafft Spannung aufzubauen, noch durch seine Inszenierung oder Geschichte irgendjemanden zu begeistern. Wenn doch, dann vielleicht einige Die-Hard Danielle Harris Fans. Aber selbst für die hat eine unserer liebsten Scream-Queens zu wenig Screentime, um über die zahlreichen Schwächen des Films hinweg zu sehen. Wie ein gelungener Serienkiller-Film auszusehen hat, bewies Ende der 80er Jahre der großartige Henry: Portrait Of A Serial Killer.

OT: Cyrus: Mind of a Serial Killer DT: Cyrus - The Highway Killer VÖ: 2010 Laufzeit: 87 Minuten FSK: 18 (Cut) R: Mark Vadik D: Brian Krause, Danielle Harris, Lance Henriksen
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Christian

Bildquelle: Anchor Bay Entertainment, SchröderMedia HandelsgmbH

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