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Wrong Turn 6: Last Resort (2014)



Die sechste Ausgabe des nicht grade von Kreativität gesegneten Horror-Franchises Wrong Turn verschlägt uns in abgelegenes Hotel. Danny, zuvor eher selten mit Glück im Leben belohnt, tritt als Erbe des Hotels an und reist mit seinen Freunden an, um sich einen ersten Eindruck vom Anwesen zu machen. Sowohl Personal, als auch seine angebliche Verwandschaft absolvieren zunächst einen recht charismatischen Auftritt. Doch das ändert sich schlagartig und die jungen Leute finden sich schnell in einer Welt aus Kannibalismus, Inzest und Gewalt ausgeliefert.

Ohne Frage, Wrong Turn 6 war nicht nötig. Aber das lässt sich über alle Fortsetzungen des überzeugenden Überraschungshits Wrong Turn aus dem Jahr 2003 sagen. Nach dem Teil 4 etwas Hoffnung aufkeimen ließ, folgte mit Teil 5 Bloodlines der absolute Tiefpunkt der Reihe. Und ich kann euch etwas beruhigen, so katastrophal ist Last Resort dann nicht. Nicht ganz. Denn es handelt sich immer noch um einen ziemlich bescheidenen Horrorfilm.

Der Aufbau der Handlung gleicht denen seiner Vorgänger fast bis auf's Detail. Konturlose Charaktere, eine Story samt Dialogen, die eigentlich nur unter erhöhtem Konsum illegaler Substanzen entstehen kann, viele nackte Brüste, harmlose Sexszenen und recht brutale, aber technisch unterdurchschnittlich umgesetzte Gewaltakte. Ein paar Neuerungen gibt es aber dann doch, so spielen unsere entstellten Lieblings-Kannibalen nur eine Nebenrolle, dafür enthält der Hintergrund und die Familiengeschichte der Schurken ein paar neue Informationen. Ob nötig oder nicht, das muss jeder selbst entscheiden. Aber man muss Serien-Neuling Valeri Milev eingestehen, dass er etwas frischen Wind in die Reihe bringt.

Die Reihe hat sich vor allem durch ihre durchaus ausgefallenen Tötungssequenzen am Leben gehalten. Wrong Turn 6 ist ebenfalls recht brachial. Allerdings ist die Kreativität entsprechender Szenen dem Franchise mit Teil 6 völlig abhanden gekommen. Als wäre das nicht schlimm genug, werden aus technischer Sicht auch die ohnehin schon billigen Effekte der Vorgänger unterboten. Viel Handarbeit, weniger CGI, aber trotzdem nie effektiv. Nur die Masken unser Hinterwäldler sehen noch günstiger aus. Was hat Wrong Turn 6 denn überhaupt noch auf der Haben-Seite? Wenig, aber immerhin ein paar schicke Kulissen, denn Wald und Hotel können sich wirklich sehen lassen. Dazu gibt es ein paar nette Landschaftsshots. Etwas unterhaltsamer, da zügiger erzählt, als Teil 5 ist Last Resort ebenfalls.

Ich würde gerne behaupten, dass Wrong Turn 6 der letzte Teil der Reihe ist, doch ich muss euch sicher enttäuschen. Teil 7 wird natürlich längst in Planung sein. Wenn ihr direkt nach dem gelungenen Originalfilm ausgestiegen seid, bleibt dabei und vergesst den Rest. Wenn ihr euch, so wie ich, jedes Jahr auf's neue über die mieserablen Sequels ärgern wollt, dann bleibt auch dabei. Schlimmer kann es doch nun wirklich kaum noch werden. Selbst unsere Prüfbehörden zeigen mittlerweile Erbarmen und haben es Concorde gestattet Wrong Turn 6 ungeschnitten zu veröffentlichen. Beachtlich, denn damit ist Last Resort erst der zweite Teil der Reihe der ungeschnitten und ohne Umwege in Deutschland erhältlich ist.

OT: Wrong Turn 6: Last Resort VÖ: 2014 Laufzeit: 91 Minuten FSK: 18 R: Valeri Milev D: Chris Jarvis, Aqueela Zoll, Anthony Ilott, Sadie Katz
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Christian

Bildquelle: Concorde

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