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The Summer Of Slasher: Slaughterhouse (1987)



Die Industrialisierung nimmt auch auf Lesters Schlachthof keine Rücksicht. Der Familienbetrieb ist pleite und muss verkauft oder versteigert werden. Doch nicht mit Lester und seinem zurückgebliebenen Sohn Buddy! Bewaffnet mit Beil und Schlachtermessern trachten sie jedem nach dem Leben, der das Grundstück betreten will.

Die 80er-Jahre waren ein Paradies für alle Fans des Slashers. Gleichzeitig waren sie jedoch auch ein Fundus an abstrakten, abstrusen und immer bescheuerteren Ideen. Der amerikanische Slasher der 80s hat vor keiner noch so sinnlosen oder lächerlichen Prämisse halt gemacht. Hauptsache ein weiterer Kassenhit, am besten gleich ein ganzes Franchise war geboren. Und wenn nicht? Dann wird sich das Ding schon in den Videotheken absetzen lassen.

Insbesondere deshalb ist Slaughterhouse ein perfektes Beispiel für den Genreprozess der glorreichen 80er. Das Grundprinzip ist bekannt. Ein böser Killer metzelt sündige Teenager ab. Die Variation? Der Killer grunzt, ist strohdumm und kuschelt gerne mit Schweinen. Fertig ist ein neuer Film. Das Drehbuch von Regisseur Rick Roessler legt nie einen Schwerpunkt auf Charakterentwicklung. Völlig beliebig austauschbar sind die Jungdarsteller, die im Vergleich zu anderen Slashern nicht mal besonders schick im Kameralicht ausschauen. Der Großteil der Darsteller hatte hier den ersten und letzten Auftritt im Filmbusiness, wie auch der Regisseur.

Die Sozialkritik von Slaughterhouse ist dreist, von mir aus auch würdigend, vom Texas Chainsaw Massacre abgekupfert. Generell bedient sich Roessler häufig an seinem scheinbar großen Vorbild. Doch während das TCM völlig humorlos daher kommt, wandert Slaughterhouse zwischen düsterer Ernsthaftigkeit, vor allem in den Mordszenen und offensichtlicher Albernheit, was auch den manchmal nervtötenden Soundtrack erklärt. Wenn es dann mal wirklich zur Sache geht, kann Slaughterhouse auch kurzzeitig glänzen. Killer Buddy ist schon eine Wucht, vor der man trotz seines Schwachkopfes gehörig Respekt hat. Selten versteckt sich auch die eine oder andere clevere visuelle Idee in dem Slasher.

Slaughterhouse ist ein netter Slasher für Genrefans, aber auch nur für eben solche. Alle anderen sollten einen großen Bogen um Roesslers Streifen machen. Ich liebe Slasher und erkenne, besonders nach dem viel zu plötzlichen Ende, dass hier eine Menge Potential auf der Strecke blieb. Wahrlich kein Klassiker, aber ein Musterexemplar des amerikanischen 80s-Slashers.

OT: Slaughterhouse AT: Pig Farm Massacre, Maniac, Bacon Bits VÖ: 1987 Laufzeit: 85 Minuten FSK: - R: Rick Roessler D: Joe B. Barton, Don Barrett, Sherry Leigh
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Christian

Bildquelle: 88 Films

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