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Summer Of Slasher: The Burning (1981)



Ein Jahr nach Friday The 13th kam ein weiterer Camp-Slasher in die US-Kinos. The Burning. Die Cashmachine der 80er Jahre wurde sofort wieder angeworfen, denn was modern ist, macht Geld. Doch The Burning sollte liefern. Nicht nur für mich ist er tatsächlich ebenbürtig mit dem ersten Franchise-Eintrag von Friday The 13th, wenn nicht sogar besser.

The Burning ist schon auf dem Papier ein Film, der aufhorchen lässt. Zum einen ist es der erste Film der berühmten Weinstein-Brüder unter ihrem Verleih Miramax. Zum anderen durfte sich Horrormeister Tom Savini mit seinen großartigen, blutigen Effekten hier richtig austoben. Dann haben wir noch Rick Wakeman von der Prog-Band Yes der den tollen Score komponierte und ein tolles Darsteller-Line-Up. Seinfeld-Star Jason Alexander in seiner ersten größeren Rolle, Oscarpreisträgerin Holly Hunter ebenfalls in ganz jungen Jahren und für mich persönlich interessant Leah Ayres, die in Bloodsport Jean-Claude van Damme den Kopf verdreht und leider viel zu wenig Spielfilme in ihrer Karriere gedreht hat.

Die Geschichte erzeugt ihren Hintergrund, als ein Sommercampaufseher bei einem (wirklich) dummen Jungenstreich ums Leben kommt. Doch Jahre später findet im Camp ein unglaubliches Massaker statt. Ist Cropsy zurück?


Ganz klar die Story passt auf zwei bis drei Post-Its und obwohl Harvey und Bob Weinstein am Drehbuch beteiligt waren, ist jenes weit entfernt von einer Offenbarung oder gar Kreativität. Ganz klar wurde hier nur die Story von Friday The 13th abgekupfert, doch ein Mythos sagt, dass das Drehbuch bereits vor dem ersten Friday verfasst wurde. Wie auch immer. Originell ist es so oder so nicht. Aber das ist auch nicht weiter schlimm, denn die Stärken von The Burning liegen ganz woanders.

Maylams Slasher erzeugt von Beginn an eine tolle Camp-Stimmung und eine schaurige Spannung. Wer auch immer da die Teens meuchelt, hinterlässt eine düstere Aura und regt tatsächlich noch zum Gruseln an. Das Tempo des Films ist recht rasant und unterhaltsam. Gefühlt fällt alle 15 Minuten ein Teenie dem Killer mit der Gartenschere zum Opfer. Die Dialoge und anzüglichen Anmachversuche im Camp sind recht gefällig und nicht so ganz nervtötend wie sonst. Hier ist der tolle Cast tatsächlich ein riesiger Vorteil gegenüber Konkurrenten im Genre. JA wir können hier sogar mit den Leuten mitfiebern. Ein seltenes Vergnügen. Ebenfalls selten - ein junger Mann ist das Final Girl des Films. Männliche Helden sind im Horrorgenre tatsächlich eher unüblich.


Die meisten Punkte sammelt The Burning aber definitiv mit den wundervollen, handgemachten Masken und Make-Up Effekten von Tom Savini, der hier wieder mal sein ganz großes Können auffahren darf. Stärkste Szene ist dabei sicherlich das berühmte Kanu-Massaker, als Cropsy in wenigen Sekunden eine ganze Meute Teens auf brutalste Art und Weise killt. Nicht nur diese Szene dürfte dazu beigetragen haben, dass The Burning auf die Liste der britischen Video Nasties gesetzt wurde. Heute wirken die Slasher-Elemente für den modernen Zuschauer vielleicht angestaubt, aber 1981 waren sie frisch und überraschend.

The Burning musste in meiner Hierarchie wachsen und begeisterte mich anfangs kaum. Heute zählt der Film für mich zu den besten Slashern aller Zeiten. Eine tolle Spannung, großartige Effekte, treffende Musik und gut agierende Darsteller lassen den eher durchschnittlichen Plot groß werden. Pflicht für jeden Horrorfan!

OT: The Burning DT: Brennende Rache VÖ: 1981 Laufzeit: 90 Minuten FSK: - R: Tony Maylam D: Jason Alexander, Holly Hunter, Leah Ayres
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Nathan Thomas Milliner, Miramax

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