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The Collector (2009)



Nach wie vor von der Presse sehr unterschätzt, gehört The Collector für mich zu den besten und vor allem spannendsten Horrorfilmen der letzten zehn Jahre. Marcus Dunstans Film ist gruselig, handgemacht, unglaublich atmosphärisch und nervenaufreibend. Genau diese Elemente sind mir wichtig bei Horrorfilmen und genau jene werden hier bedient.

Arkin hat Familie und ist hochverschuldet. Tagsüber arbeitet er als Handwerker in größeren Villen, um in der Dunkelheit eben jene zu plündern. Eigentlich hatte er die Verbrechen schon aufgegeben, doch die finanziellen Belastungen geraten an seine Grenzen, weshalb ein letzter Coup herhalten muss. Arkin kennt das Haus, weiß von der Familie, dass sie ein paar Wochen nicht anwesend sein werden - Was soll da noch schief gehen? Er bricht ein, ist kurz vor der wertvollen Beute - doch er ist nicht allein im Haus...

Ich habe The Collector mittlerweile zum fünften Mal gesehen und bin nach wie vor verliebt in diese kleine Perle. Obwohl man die kleinen Twists dann schon kennt und die Überraschungen nicht mehr so groß sind, ist die Spannung ungezügelt hoch. Der Film kitzelt förmlich an meinen Nerven. Marcus Dunstan überzeugt vor allem mit einer großartigen Atmosphäre, die das perfide Katz- und Mausspiel perfekt unterlegt. Handlungstechnisch erzeugt The Collector tatsächlich einige völlig neue Pfade, jedoch vor allem unterstützt von markanten Horrorelementen wie Home Invasion oder Torture-Porn. Die SAW-artigen Fallen sind in der Tat wenig subtil und sowohl der Entstehungszeit geschuldet, als auch der Tatsache, dass Screenwriter Patrick Melton auch an der SAW-Reihe beteiligt war.

So hangelt sich The Collector von der Hostel-Liane zur Home Alone-Liane auf die The Strangers-Liane. Es stört wirklich nicht, dass die wirklich kreativen Momente sich auf die Kameraarbeit und die Twists beschränken. Dafür ließ Dunstan seine durchaus ideenreichen Gewaltspitzen handwerklich und offensichtlich ohne großartigen Einsatz von CGI umsetzen. Ein großes Lob dafür! Klassisch und sieht trotzdem toll aus. Auch das Sounddesign ist überragend. Egal ob Gewitter, ein Wecker oder dumpfe Schläge - einfach schaurig guter Klang, was man auch vom Soundtrack behaupten kann. Der Score ist sehr industriallastig und wird von ein paar wenigen bekannten Tracks von Depeche Mode und Korn ergänzt.

Die Figuren sind uns bis auf Arkin und eventuell das kleine Mädchen völlig egal. Josh Stewart, der mittlerweile auch in größeren Produktionen wie Interstellar agieren durfe, trägt den Film ganz allein und das reicht. Lediglich die Aura des Killers kann in einigen Momenten noch die Show stehlen. Wenn die beiden Gegenspieler sich kreuz und quer durch die große Villa jagen ist das Spannung pur und ein Hochgenuß für Genreliebhaber.

Trotz allen Lobes, ist The Collector nicht fehlerfrei. Zu oft werden jeglichen Formen von Logik außer Acht gelassen. Horror ist immer noch zum Teil Fantasy, aber bitte nicht mit solchen Löchern in der Handlung. Ich will nicht viel Spoilern, aber besonders beim Stichwort Fallen und der berechtigten Frage - Wann wurde das alles aufgebaut? - sollte man sein Gehirn ausschalten.

Letztlich überwiegen die Stärken von The Collector aber so sehr, dass ich den Film uneingeschränkt empfehlen kann. Wer auf spannende, aber auch brutale Horrorfilme steht, kommt nicht am Sammler vorbei. Außerdem gehört The Collector zu den wenigen Streifen der letzten Jahre, die das mittlerweile sehr eingefahrene Genre auch audiovisuell bereichern konnten. Höchstintensiver Gruselterror!

ACHTUNG! DIE KAUFHAUSFASSUNG IST GESCHNITTEN!

OT: The Collector VÖ: 2009 Laufzeit: 88 Minuten FSK: SPIO/JK R: Marcus Dunstan D: Josh Stewart, Michael Reilly Burke, Andrea Roth
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Splendid

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