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Dredd (2012)



Dredd gehört tatsächlich zu den wenigen Remakes, die nicht schon im Vorfeld von mir misstrauisch beäugt wurden. Zum einen war das Original mit Sylvester Stallone weitab von der Graphic Novel Vorlage und generell ziemlich bescheiden, auf der anderen Seite wurde Dredd als R-Rated Film angepriesen und konnte diesen Status glücklicherweise auch bestätigen. Dennoch konnte mich Dredd bei meiner ersten Sichtung zum Heimkino-Release nur mäßig begeistern. Zu durchschnittlich und ähnlich wirkte der Actionfilm zum etwa zeitgleich veröffentlichten Feuerwerk The Raid...

Nun war es an der Zeit sich Dredd ein weiteres Mal anzusehen und ich muss gestehen, dass der Film mit etwas Abstand deutlich besser funktioniert hat. Die Story ist nach wie vor recht schnell erzählt. In der Zukunft regiert die Gewalt. Auf der anderen Seite gibt es die sogenannten Judges die eine Gewaltenteilung unnötig machten. Richter und Henker in einer Person. Dredd ist einer dieser Judges und soll an einem scheinbar ganz gewöhnlichen Arbeitstag die Anwärterin und Mutantin Anderson mit auf Streife nehmen. Im Kampf gegen ein Drogenkartell werden die beiden in einem riesigen Hochhaus eingesperrt und müssen nun um Leben oder Tod gegen eine Armee von Gangstern antreten.


Liest sich immer noch ein wenig wie The Raid, hat aber ganz eigene Stärken. Zum einen begeistert das fiese Zukunftsszenario mit seinen dreckigen und abgefuckten Settings und Figuren. Die teilweise tollen visuellen Ideen verstärken diesen Eindruck. Auch der Soundtrack bebt sich durch den Film. Hier hat man nicht viel falsch gemacht. Der Cast um Karl Urban, Lena Headey und Olivia Thirlby agiert für einen Actionfilm vorbildlich, wobei mir vor allem Thirlby als junge Judgeanwärterin gefallen hat. Headey als Oberschurkin ist natürlich badass wie es im Buche steht. Mir hat auch die Ernsthaftigkeit des Films zugesagt. Keine müden Kalauer oder Slapstickeinlagen von Rob Schneider wie im 95er Original.

Dem entgegenstellen muss man jedoch leider einige Spezialeffekte. Ein paar Kulissen sehen ziemlich billig aus und die masse an CGI-Blut zieht einen desöfteren aus der eigentlich hervorragenden Atmosphäre. Spannend ist der Film in jedem Fall, ohne jedoch wirklich Tiefgang zu liefern oder die Schale der Oberflächlichkeit zu durchbrechen. Was bleibt ist ein rasanter, wirklich guter Actionkracher ohne Schabernack, der deutlich besser ist als das Original und jedem Genrefan oder Liebhaber des Erwachsenenkinos gefallen wird.

OT: Dredd VÖ: 2012 Laufzeit: 83 Minuten FSK: - R: Pete Travis D: Karl Urban, Olivia Thirlby, Lena Headey
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Christian

Bildquelle: Universum

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