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Charlie's Farm (2014)



Regisseur Chris Sun hat vor nicht langer Zeit mit seinem kontroversen und kompromisslosen Film Daddy's Little Girl für Aufsehen gesorgt. Der harte Film wurde sogar im Sommer von der BpjM indiziert. Suns neuer Film Charlie's Farm ist da schon etwas konventioneller, aber nicht schwächer, ganz im Gegenteil würden einige Genrefans wie ich sagen...

In Charlie's Farm geht es um einen Mythos, dem ein paar Freunde auf den Zahn fühlen wollen. Vor vielen Jahren ist im australischen Outback eine Familie aufgeflogen, die leidenschaftlich gerne aus Backpackern leckeres Essen zubereitet hat. Nach dem Auftritt eines rachsüchtigen Lynchmobs der ansässigen Bevölkerung, konnte nur der debile Sohn der Familie überleben und geistert nun angeblich über die verlassene Farm. Von derlei Spuk lassen sich natürlich die Freunde nicht abhalten und gehen auf Erkundungstour, ohne zu ahnen, dass der kleine Junge von damals nun ein blutrünstiger Riese ist.


Charlie's Farm ist ein Fest für jeden Fan des Slashers. Weg mit den Parodien oder ironischen Vertretern der letzten Jahre. Chris Suns Film liefert keine Gags oder Schenkelklopfer. Er baut eine düstere und schaurige Atmsophäre auf, liefert ein gelungenes fast einstündiges Built-Up und punktet mit einem netten Cast, um anschließend im Finale sein Monster wilde Sau spielen zu lassen. Ein Slasher in geliebter 80s-Kultur. Mehr benötigt es nicht. Purismus a la Carte.

Suns offensichtliches Talent und die Zusammenarbeit mit seiner Crew lassen Charlie's Farm deutlich wertiger wirken, als es das Budget eigentlich hergab. Die Inszenierung ist sehr gelungen, der Soundtrack bewegt sich zwischen nett und schön, aber vor allem das Design von Charlie und die puren, meines Achtens handgemachten, Effekten überzeugen auf ganzer Spur. Dazu gesellen sich ein paar nette Anspielungen an das Horroruniversum.


Der Cast liest sich verführerisch. Mit den beiden Horrorlegenden Bill Moseley und Kane Hodder hat man zwei wahrhafte Koryphäen des Genres an Bord. Schade, dass die beiden eher etwas größere Gastrollen spielen. Zu den größtenteils unbekannten und frischen Gesichtern gesellt sich dann noch Tara Reid, die im ersten Moment fehlbesetzt wirkt, aber letztlich doch überzeugen kann.

Was den Splatter-Faktor angeht, geht es im Film richtig zur Sache. Es bedarf zwar, wie gesagt, eine Weile bis Riese Charlie sein Schlachtfest beginnen darf, aber keine Sorge, der Film unterhält auch im Vorfeld und erzeugt eine düstere Atmosphäre der Marke Wolf Creek. Ansonsten dürften Fans anderer relativ neuer Slasherkunst der Marke Hatchet und Laid To Rest auf ihre Kosten kommen. Deshalb kann ich den Film Slasherhounds wärmstens empfehlen. Alle anderen sollte lieber aussetzen.

OT: Charlie's Farm VÖ: 2014 Laufzeit: 93 Minuten FSK: 18 R: Chris Sun D: Tara Reid, Bill Moseley, Kane Hodder, Nathan Jones
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Christian

Bildquelle: Meteor

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