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Frankenhooker (1990) #horrorctober



Wie oft wurde das Frankenstein-Thema schon verfilmt? Unzählige Male. Und nie hat mich auch nur eine dieser Adaptionen interessiert. Das sollte sich jedoch ändern, als ich von Frank Henenlotters Frankenhooker erfuhr. Henenlotter war auch schon für den krunden Spaß Basket Case verantwortlich. Also sollte dieses mir so fernliegende Thema bei ihm in den richtigen Händen liegen...

Hobbychirurg Jeffrey verliert bei einem Rasenmäherunfall seine wundervolle Verlobte. In der Folge kann er dieses Unglück nicht verkraften und fasst den Entschluss seine Freundin mittels Körperteilen anderer Frauen wiederzubeleben. Klappt am Anfang ganz gut, doch das Ergebnis entpuppt sich als mordendes Supervamp, das es nun aufzuhalten gilt.


Aua. Hier trifft David Cronenberg auf John Hughes. The Fly auf L.I.S.A.! Henenlotter kennt was Geschmacklosigkeiten angeht keine Grenzen und paart platten Sexismus mit vorpubertären Humor. Eine wirklich ansprechende Story sucht man vergeblich, sollte man am besten auch gar nicht suchen. Frankenhooker liefert eigentlich nichts als hübsche Girls und weniger hübsche Spezialeffekte. Besonders die erste Hälfte des Streifens ist extrem zäh und dabei schlicht unlustig für eine Komödie.

Das ändert sich erst nach der berühmten Hotelzimmerszene, in der Jeffrey geladene Prostituierte durch modifiziertes Crack zur Explosion bringt. Ich sagte ja, vorpubertärer Humor. Man könnte fast meinen, dass Henenlotter mit Frankenhooker versuchte Eis am Stiel im Horrorsetting zu produzieren. Das Ergebnis ist jedenfalls ähnlich. Platter Sex-Klamauk, mit viel nackter Haut und eher weniger sitzenden One-Linern.


Immerhin muss man dem Film aber auch drei große Pluspunkte anheften. Der Soundtrack passt perfekt, Frankenhooker Patty Mullen hält den Laden grade so vor dem Zerfall zusammen und dem Charme des 80s Big Apple kann man sich eh nie entziehen. Das war es dann aber auch schon. Dass uns Henenlotter am Ende auch noch die große Parabel über die Unmöglichkeit des Perfekten erzählen will, schwamm drüber. Dafür, dass er uns zuvor, wenn auch höchst überspitzt, einen Playboy-Event als Film verkaufen wollte, ist eine Moral am Ende der Geschichte so fehl am Platz wie die einzelnen Körperteile der Frankenhooker.

Zu Beginn der 90er Jahre ist das auch alles längst nichts neues mehr. Sowohl Horrorkomödien, als auch Bodyhorror haben vor Henenlotter andere und sogar er selbst, viel besser auf Film gebracht. Frankenhooker funktioniert einfach als Film nicht. Und dennoch hat der Film heute längst Kultstatus und die Begründung dafür ist auch ziemlich einfach. Frankenhooker ist nichts anderes als das Magnum Opus für jeden pubertären Jungen.

OT: Frankenhooker DT: Frankenhooker - Verschraubt und genagelt VÖ: 1990 Laufzeit: 81 Minuten FSK: 16 R: Frank Henenlotter D: Patty Mullen, James Lorinz, Joanne Ritchie, J.J. Clark
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Christian

Bildquelle: Arrow Films

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