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I Spit On Your Grave 3 (2015) #horrorctober



2010 wurde völlig überraschend ein genial-brachiales Remake des berühmt-berüchtigten I Spit On Your Grave von Steven R. Monroe verfilmt. Bei den Kritikern geflopt, bei den Genrefans begeistert aufgenommen. Nicht nur ich bin der Meinung, dass das Remake das Original um Längen überbot. Vor allem Hauptdarstellerin Sarah Butler leistete große Arbeit für das Gelingen des Films. Im Sequel des Remakes fehlte Butler, aber nicht nur deshalb war ISOYG 2 unterirdisch. Nun ebenso überraschend wie das Remake, wurde auch ein dritter Teil zu I Spit On Your Grave angekündigt. Mit Sarah Butler. Und einer Menge Gore...

Jennifer Hills hat das Martyrium des ersten Films überlebt und lebt nun mehr oder weniger anonym unter anderem Namen in einer neuen Umgebung. Jennifer, nun Angela, hat es schwer sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Geplagt von heftigen Gewaltvisionen und großer Scheu vor allen Männern hat sie es nicht leicht. Als sie sich einer Selbsthilfegruppe anschließt, scheint es bergauf zu gehen. Doch als ihre neue beste Freundin von ihrem Ex-Freund ermordert wird und dieser für seine Tat nicht mal zur Rechenschaft gezogen wird, zieht Jennifer ihre Konsequenzen und mutiert nun zum eiskalten männermordenden- und folternden Racheengel.


Im Vergleich zum Original und den beiden ersten Filmen des Reboots erzählt I Spit On Your Grave 3 tatsächlich eine Geschichte. Es gibt also nicht nur ein klischeehaftes Exploitation-Skript der Subgenremarke Rape & Revenge, sondern einen richtigen Spannungsbogen mit Dramaturgie und Figurenzeichnung. Natürlich ist das noch immer nicht die Spitze des Eisbergs, aber definitiv eine Steigerung zu allen anderen Filmen des Franchises. Der schwer verdauliche und gleichzeitig schlechte I Spit On Your Grave 2 wird durch die Präsenz eines richtigen Drehbuchs und der Anwesenheit der wundervollen Sarah Butler gekonnt ausgeblendet.

Und dennoch ist der Film kein Kindertheater. Im Gegenteil. Zu Beginn schocken nur die kurzen Gewaltvisionen Angelas. Im späteren Verlauf des Films geht es jedoch richtig zu Sache. Es gibt eine Szene in der Angela einem fiesen Typen seinen Penis vertikal in Großaufnahme durchtrennt. Harter Stoff, hart und explizit inszeniert. Das war längst nicht alles, aber ich will den Gorehounds nicht schon im Vorfeld den Spaß rauben. Jedenfalls was die Revenge-Szenen angeht, ist dieser Film einer der härtesten, die ich je gesehen habe. Der Actionlevel wurde zwar merklich heruntergeschraubt im Vergleich zu den Vorgängern, aber die Gewaltszenen, die vorhanden sind, haben es richtig in sich.


Glücklicherweise verzichtet Regisseur Braunstein auf jene grausame Vergewaltigungsszenen der anderen Franchise-Einträge und nutzt die erste Hälfte des Films lieber für einen sinnvollen Spannungsaufbau. Derartige Szenen haben zuvor schon einen viel zu großen Rahmen in der Reihe bekommen. Notwendig war eine weitere Fortsetzung trotzdem nicht. Kaum ein Mensch dürfte nach einem weiteren Sequel verkräht haben. Das war auch schon beim zweiten Teil nicht der Fall.

I Spit On Your Grave 3: Vengeance Is Mine ist definitiv kein Streifen für jeden Filmliebhaber. Zarte Gemüter oder der "anspruchsvolle Kritiker" werden den Film hassen. Zu real, zu brutal und zu ernsthaft inszeniert dürfte das Thema für viele Cineasten sein. Genreliebhaber werden ihn jedoch vergöttern. Für seine großartige Hauptdarstellerin Sarah Butler, für die depressive Atmosphäre und Stimmung des Films und nicht zuletzt für die Gewaltspitzen, die zum härtesten überhaupt gehören. Daumen hoch!

OT: I Spit On Your Grave III: Vengeance Is Mine DT: I Spit On Your Grave 3 VÖ: 2015 Laufzeit: 93 Minuten FSK: - R: R.D. Braunstein D: Sarah Butler, Jennifer Landon, Doug McKeon
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Anchor Bay

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