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Oculus (2013) #horrorctober



Regisseur Mike Flanagan hat 2006 mit seinem Kurzfilm Oculus: Chapter 3 einen durchaus interessanten Genrebeitrag geliefert. Jahre später wollte er die Idee des Shorties auf Spielfilmlänge bringen. 2013 ist dabei Oculus entstanden, der wie üblich darunter leidet mit zu wenig Ideen und zu wenig Mut mehr aus seiner scheinbar einzigen Prämisse zu machen. Dennoch kann es sich lohnen einen Blick auf Oculus zu werfen...

In Oculus geht es um eine junge Erwachsene, die Jahre nach dem Mord an ihren Eltern aufklären will, dass ihr für die Tat verantwortlich gemachter Bruder unschuldig ist und ein übernatürliches Phänomen für die Grausamkeiten zu Rechenschaft zu ziehen ist. Flanagan erzählt seinen dezenten und recht harmlosen Spuk auf mehreren Ebenen und sorgt damit nicht nur für Verwirrung und durchaus Spannung, sondern auch für Abwechslung. Diese ist auch bitter nötig, denn Oculus betritt einen Pfad, der in den letzten Jahren durch Filme wie Sinister, Insidious, Conjuring und Co. bereits mehr als breit getreten wurde. Ganz so schlimm arbeitet Flanagan das formelhafte Geister-/Dämonensubgenre aber nicht ab.


Neben seiner ansprechenden, handwerklichen Begabung schafft es Regisseur Flanagan auf Grund seiner Erzählstränge und den nicht immer ganz subtilen Motiven der Halluzinationen und Wahnvorstellungen den Gruselfan bei der Stange zu halten. Schade, dass nicht alle Darsteller so auf der Höhe sind wie Doctor-Who Star Karen Gillan. Scifi-Ikone Katee Sackhoff läuft gar völlig deplatziert in dem Film herum. Die Figurenzeichnung bewegt sich zwischen Genrestandard und überdurchschnittlich, denn für einen derartigen Genrefan sind die beiden Hauptfiguren ganz schön fit und clever. Auch mal nett. Das Puzzlen der Figuren lädt zum Grübeln ein, wird aber am Ende nicht wirklich belohnt. Denn eine nachvollziehbare Auflösung über den MacGuffin des Films, den Spiegel, bleibt uns der Film schuldig.

Dem Film hätte am Ende etwas Mut, aber tatsächlich auch mehr Blut nicht geschadet. Letztlich gibt es nur zwei physisch böse Momente im Film, ansonsten ist er selbst für einen Gruselfilm unglaublich harmlos. Leider streckt Flanagan den Film zusätzlich durch nicht wenige überflüssige, völlig langatmige Szenen. Leute die bei einem Horrorfilm Spektakel erwarten, bleiben hier definitiv auf der Strecke. Aber selbst für Haunted-House-/ oder Geisterfans bietet der Film wenig auf der gewünschten Ebene. Ausleihen kann man sich Oculus aber definitiv mal, da er sein Handwerk versteht, Gillans gute Performance hervorzuheben ist und der Film nicht gänzlich formelhaft inszeniert ist und abläuft.

OT: Oculus VÖ: 2013 Laufzeit: 104 Minuten FSK: 16 R: Mike Flanagan D: Katee Sackhoff, Karen Gillan, Brenton Thwaites
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Christian

Bildquelle: Universum

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