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The Babadook (2014) #horrorctober



The Babadook von Jennifer Kent ist für viele Cineasten ein Genrehighlight und Festivalliebling der letzten zwölf Monate. Auch unsere Autorin Annick zeigte sich in ihrer Besprechung durchaus angetan. Zeit mich im Rahmen des diesjährigen #horrorctober selbst von den Qualitäten des Babadooks zu überzeugen. Neben meiner kurzen Besprechung, stelle ich euch ebenfalls das fantastische Mediabook zum Film von Capelight vor.

Die alleinerziehende Mutter Amelia liest ihrem sechsjährigen Sohn eine schaurige Gute Nachtgeschichte vor. Sie kann nicht ahnen, dass sich das ohnehin schon angespannte Verhältnis zu ihrem Sohn durch das Gruselmärchen über den Babadook zu einer kaum zu meisternden Belastungsprobe entwickeln wird. Regisseurin Jennifer Kent liefert mit ihrem Babadook wenige Schocks, kaum Spuk und erst recht keine billigen Jump Scares. Und trotzdem ist ihr einer der faszinierendsten Horrorfilme der letzten Jahre gelungen. Kent versteht es ihren Figuren ein Profil zu geben, das den Zuschauer in seiner Einschätzung stets wanken lässt. Zunächst liegen unsere Sympathien bei der Mutter, doch das wird sich schnell ändern oder doch nicht? The Babadook spielt gekonnt mit unseren Vorurteilen, verkauft uns aber nie für dumm.

Ohnehin bewegt sich The Babadook eher auf dramatischen, denn auf gruseligen Pfaden. Oder anders ausgedrückt, die Realität im Film ist gemeiner und bösartiger als die fantastischen, übernatürlichen Aspekte der Handlung. Die Probleme zwischen der alleinstehenden Mutter und ihres scheinbar nicht ganz einfachen Sohnes ergreifen den Zuschauer. Man fragt sich besonders während der ersten Hälfte des Films, wie man selbst an Stelle der Mutter handeln würde. Die Spannungen zwischen den Protagonisten, die Liebe und der Hass zwischen ihnen, haben mich jedenfalls sehr ergriffen und mitgenommen. Der letzte Tiefgang fehlt dem Film aber letztlich doch, denn zu offensichtlich und stellenweise zu oberflächlich wird uns der Subtext präsentiert. Diese kleine Schwäche wird aber durch Kents stilvolle Inszenierung und der wirklich großartigen Performances von Essie Davis und Noah Wiseman ausgeglichen.

The Babadook entwickelt sich ganz anders, als ich es nach dem Trailer vermutet hätte. Zwar kann sich Kents Film nicht vollständig von allen Genrestandards befreien und wirkt auch nicht immer so originell, wie in seinen besten Momenten, doch kann er den Zuschauer stets fesseln. Besonders die eindrücklichen Szenen zwischen Mutter und Sohn sind schon ohne jegliche Übernatürlichkeit Horror genug. The Babadook ist ein gelungener, atmosphärischer und klassischer Gruselhorrorfilm, der dafür sorgt, dass das lange Zeit begrabene Subgenre gemeinsam mit Filmen wie The Conjuring oder Sinister sich wieder zu Recht großer Beliebtheit erfreuen.


In seinen ersten Auflagen hat das beliebte deutsche Label Capelight den Babadook in zwei Editionen veröffentlicht. Neben dem schmucken Steelbook, hat mich jedoch ein weiteres Mal der Mediabook-Release Capelights begeistert. Ein schön stabiles Sammlerstück, ganz im Stil des filmprägenden Kinderbuchs. Der Einband ist in Leinenoptik gehalten und fühlt sich auch so an. Doch das eigentliche Highlight dürften die Pop-Out Seiten im Mittelpart des Buchteils sein. Lässt sich alles schwer in Worte fassen, deshalb seht euch einfach die folgenden Bilder an. Noch ist das Mediabook erhältlich. Im Vergleich zu anderen Labels sind die Mediabooks von Capelight auch im Preis sehr erschwinglich.






OT: The Babadook DT: Der Babadook VÖ: 2014 Laufzeit: 93 Minuten FSK: 16 R: Jennifer Kent D: Essie Davis, Noah Wiseman, Daniel Henshall, Tim Purcelln
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Christian

Bildquelle: Capelight, Simply Sophie

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