HOME | AUTOREN | BEWERTUNGSSYSTEM | IMPRESSUM

The Funhouse (1981) #horrorctober



Regisseur Tobe Hooper ist für einen der berüchtigsten und besten Horrorfilme aller Zeiten verantwortlich, dem Texas Chainsaw Massacre. Nach seinem großen Durchbruch blieb er im Genre, konnte aber leider qualitativ nie wieder an sein Meisterwerk anknüpfen. Selbst Steven Spielberg erkannte das Talent Hoopers, doch dieser verbaute sich eine größere Karriere mit einer fragwürdigen Projektauswahl und Zugeständnissen an Studios, Produzenten und Zuschauer, die am Ende nur ihm schadeten. Das Gruselkabinett The Funhouse ist da keine Ausnahme...

The Funhouse ist ein sehr klassischer Horrorfilm mit leicht schwarzhumorigen Einschlägen. Ein paar Jugendliche wollen die Nacht auf dem Jahrmarkt verbringen und werden Zeugen eines perfiden Mordes. Doch der Schrecken der Nacht hat erst angefangen. Verfolgt vom mutierten Sohn des Jahrmarktbetreibers geht es nur noch um's Überleben. Der größte Pluspunkt des Films ist sicherlich der herrliche Jahrmarkt mit all seinen Schmuddelecken und Gruselkammern. Da kann doch eigentlich nichts schief gehen oder? Doch, wie erwähnt, bewegte sich Tobe Hoopers Karriere stets zwischen Triumph und Trash. The Funhouse ist genau das sehr mittelmäßige Zwischenstück dieser beiden Ratings.

Dass es Hooper mit The Funhouse nicht ganz so ernst meint wie mit dem Kettensägenmassaker wird schon im Intro klar, als er schamlos die POV-Einsichten großer Klassiker wie Psycho und Halloween persifliert. In der Folge entpuppt sich The Funhouse jedoch als sehr konventioneller Teeniespuk, der zwischenzeitlich ausufernde Gewalt andeutet, aber nie wirklich auf den Bildschirm bringt. Es gibt Horrorfilme die ganz ohne Morde, Gekröse und physische Gewalt auskommen und trotzdem begeistern können, aber Das Kabinett des Schreckens, so der deutsche Titel, ist für die Art Film, die er sein will, definitiv zu zahm, größtenteils sogar erschreckend langweilig.

Obwohl der Film aus den 80ern ist, wirkt er wesentlich älter. Und das ist kein Kompliment. Hooper bedient sich der frühen Perioden des Horrorkinos, sorgt aber spätestens heute damit nur noch für Gähnen und Gelächter. Das Motiv der Maskerade ist nicht nur ausgelutscht, sondern sieht in Funhouse auch noch richtig behämmert aus. Ansonsten ist der Film aber handwerklich vernünftig, in seltenen Szenen sogar sehenswert. The Funhouse bewegt sich zwischen Trash & Art und lebt größtenteils von seiner Nostalgie. Schaurig, dass Tobe Hooper für diesen Film die erste mögliche Zusammenarbeit mit Steven Spielberg bei E.T. absagte. In der Folge klappt es ja mit dem Poltergeist doch noch.

OT: The Funhouse DT: Das Kabinett des Schreckens VÖ: 1981 Laufzeit: 96 Minuten FSK: 18 R: Tobe Hooper D: Elizabeth Berridge, Shawn Carson, Jeanne Austin
Kauflink
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Arrow Film

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen