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I Know Who Killed Me (2007)



I Know Who Killed Me hat seinen Platz in der Filmgeschichte gefunden, als einer der schlechtesten Filme die je auf die Leinwand gebracht wurden. Es kann auch kein Zufall sein, dass das ehemalige Everbody's Darling und Disney-Girl Lindsay Lohan während der Dreharbeiten und vor allem in der Folge in ein derartig tiefes Karriereloch fiel, dass sie sich bis heute davon nicht erholen konnte.

I Know Who Killed Me ist ein ungewollter Trashfilm in Reinkultur, der ein Mysterium um eine von einem Serienkiller gefolterte Studentin spinnt, die im Anschluss an ihren Krankenhausaufenthalt feststellen muss, dass ihre Identität nicht so klar scheint wie angenommen. Liest sich gar nicht so verkehrt und ganz ehrlich, der grobe Plotabriss des Streifens ist auch wahrlich nicht sein Problem.


Problematisch ist vor allem die Verschachtelung vieler Subgenre, die einfach nicht in einen Kontext passen wollen. Der Film versucht ein spannender Thriller zu sein. Ist dabei aber nie spannend oder interessant. Dann streut er kurze, aber heftige Foltersequenzen der Marke Hostel ein um dem damals aufkommenden Torture-Porn-Hype gerecht zu werden. Weil das jedoch alles noch nicht so richtig funktioniert müssen sowohl Giallo-Ripoffs von Argento herhalten als auch Erotik-Thriller-Köstlichkeiten von De Palma. Nur eben in schlechter Fassung.

Regisseur Chris Sivertson versucht den Film für intelligent zu verkaufen, ohne zu merken, wie dumm der Streifen ist. Sein blau/rotes Farbspiel ist nett gemeint, aber so selten subtil, dass selbst der unaufmerksamste Zuschauer bereits nach wenigen Minuten weiß, wohin der Hasen laufen wird. Wenn der Film sich nicht so ernst nehmen würde, könnte man sicherlich im einen oder anderen Moment unterhalten werden, aber das trifft auf I Know Who Killed Me in keiner Sekunde zu.


Seid ehrlich - wir alle vermissen die Lindsay Lohan aus Mean Girls Tagen. Da muss man ehrlich sein. Mit I Know Who Killed Me hat sich der Rotschopf jedoch keinen Gefallen getan. Stattdessen nutzt Regisseur Sivertson die Darstellerin maßlos aus um das unglaublich miese Drehbuch mit seinen haarsträubenden Dialogen zu kaschieren. So muss Lindsay aufreizend an der Stange tanzen, in völlig uninspirierten Softcore-Sexszenen agieren oder stets ihren Vorbau in die Kamera drücken. Es ist ein Leid und irgendwie auch Mitleid.

Aber Lohan ist trotz aller Medienkritik nicht der Schwachpunkt des Films, das ist ganz klar die unprofessionelle Umsetzung der Filmcrew, allen voran sollte sich der Regisseur angesprochen fühlen. Die Kameraführung des Thrillers ist unter aller Sau, der Soundtrack deplatziert und die Bildeffekte scheinen aus der Hand von Photoshop-Philipp zu stammen. Zwar gibt es ein paar nette blutigen Szenen, doch die entschädigen für rein gar nichts. Der ganze Film ist völlig spannungsarm und amateurhaft inszeniert.

Bei I Know Who Killed Me trifft einfach alles zusammen. Eine überambitionierte, sich selbst überschätzende Jungdarstellerin, ein hoffnungslos überforderter Regiedebütant und ein löchriges, hanebüchenes Drehbuch. Doch Überraschung! Der Film ist trotzdem sehenswert, da er eine Art Blaupause des schlechten Films der 2000er darstellt und so unbedingt von jedem Cineasten gesehen werden sollte.

OT: I Know Who Killed Me DT: Ich weiß, wer mich getötet hat VÖ: 2007 Laufzeit: 105 Minuten FSK: 16 R: Chris Sivertson D: Lindsay Lohan, Julia Ormond, Neal McDonough
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Christian

Bildquelle: Sony Pictures

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