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Run All Night (2015)



Irgendwann wurde aus Liam Neeson, dem netten Mann von nebenan, der Actionstar Liam Neeson und keiner weiß genau warum. Das spielt auch keine Rolle, denn der Nordire funktioniert tadellos als alternder Faust- und Knarrenheld. Gut in Szene gesetzt und charismatisch wie eh und je, konnte der nun mehr Actionstar schon so einige laute, actionreiche oder rasante Filme (Batman Begins, Taken, The Grey) auf seiner Habenseite verbuchen. Doch irgendwann ist auch der letzte Drops gelutscht und man wird das Gefühl nicht los, dass Neeson nur noch zu Verkaufszwecken für Massenwarenfilme gebucht wird. Aber und das würde an dieser Stelle bei jedem der letzten Filme Neesons erscheinen: Der Typ belehrt uns wieder mal und legt auch mit Run All Night einen überdurchschnittlichen Actionthriller hin...

In Run All Night muss Liam Neeson seinen Filmsohn beschützen, auf den es eine gefühlte Stadt voller Ganoven, Gangster, Mafiosi und korrupter Polizisten abgesehen hat. Dabei beginnt der Film zunächst als schnörkelloser und ziemlich düsterer Thriller. Doch die Begebenheit wird im Verlauf aufgelöst und Run All Night wird zum reinrassigen Actioner. Warum der Film dafür satte zwei Showdowns benötigt, weiß ich nicht. Jedenfalls erklärt dieser Umstand warum sich Run All Night definitiv eine halbe Stunde zu lang anfühlt.

Aber sind wir ehrlich, in diesem Film geht es doch eh wieder nur um Liam Neeson der alles in Schutt und Asche legt. Das passiert nun schon zum dritten Mal unter der Regie von Jaume Collet-Serra, und jener weiß ganz genau wie er seinen Protagonisten in Szene setzen muss. Neeson selbst wertet mit seiner Präsenz und Ruhe ohnehin jeden Film auf, abgesehen von den fürchterlichen Taken-Sequels. Nun hat man dem Altstar mit Ed Harris aber auch einen charismatischen und mehr als amtlichen Gegenspieler an die Seite gestellt. Die beiden harmonieren hervorragend und lassen die eher zweckmäßige Rolle von Joel Kinnaman als Sohn zeitweise vergessen.

Run All Night
erzählt wirklich keine neuen Geschichten, weiß das aber auch und unterhält uns damit ziemlich gut. Auch Liam Neeson spielt seit gefühlt fünfzehn Filmen gleiche Rollen, aber ganz ehrlich so lang er diese gut spielt, sollte uns das egal sein. Sly, Arnold und Bruce haben ganze Karrieren auf Stereotypen aufgebaut. Audiovisuell macht der Film wenig falsch. Ein schlichter Soundtrack, eine nette Dynamik in der Bildkomposition und New York City als Schauplatz. Kann man so machen. Was bleibt ist ein wenig origineller, aber dafür unterhaltsamer, machohafter Actionthriller, den man sich problemlos mal ausleihen kann.

OT: Run All Night VÖ: 2015 Laufzeit: 114 Minuten FSK: 16 R: Jaume Collet-Serra D: Liam Neeson, Ed Harris, Joel Kinnaman
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Christian

Bildquelle: Warner

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