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Return To Nuke ’Em High Volume 1 (2013)



Wir sind zurück an der Nuke'em High. Alles ist anders und doch hat sich nichts geändert. Der Glee-Club ist zu einer wilden Bande Punker mutiert. Alles ist voll mit atomarem Glibber und Schleim. Nur noch zwei lesbische Mädchen können das Mysterium an der Highschool lösen.

Das US-Independent-Kultlabel Troma ist zurück und mit ihm auch die total durchgeknallte Nuke'em High, deren Non-Sense bereits in den 80ern (bis heute) bei den Trash-Nerds für große Begeisterung sorgte. Furze, Brüste, grüner Schleim, geschmacklose Gags, heftiger Splatter, billige Effekte und kuriose Gastauftritte - Das ist Troma-Liebe. Troma liebt uns und wir lieben Troma um die beiden Masterminds Lloyd Kaufman und Michael Herz. Noch heute sind Filme wie The Toxic Avenger, The Class of Nuke'em High oder Tromeo & Juliet absolute Kultstreifen und ziehen eine große Fangemeinde an. Doch spätestens Ende der 90er Jahre wurde es ruhig um Troma und die Produktionen waren größtenteils keine Erwähnung mehr wert.

Doch mittels der großen Fangemeinde und derem finanziellem Engagement will Troma zurück in die Herzen der Trashgemeinde. Den Anfang macht dabei der Zweiteiler Return To Nuke'em High, der irgendwas zwischen Reboot, Remake und Sequel zum nun schon fast 30-jährigen Original darstellen soll. In diesen 30 Jahren hat sich viel geändert, aber nicht Tromas und insbesondere Lloyd Kaufmans Liebe zum Film. Leidenschaft stand hier schon immer über Talent und das macht sich auch am ersten Volume von Return To Nuke'em High bemerkbar. Der Film vereint klassische Troma-Stärken mit den üblichen Schwächen, die sich durch das komplette Portfolio des Labels ziehen.


Generell ist die Produktion natürlich nichts für den gemeinen Mainstream-Filmfan. Hier gibt es nackte Brüste, Schwänze und blutigen Splatter, wie explodierende Köpfe, am laufenden Band. Trotzdem lässt auch RTNH die markante tromaische Gesellschaftskritik zwischen den Brüsten...äh Zeilen nicht vermissen. Zwisch all den vorpubertären Fäkalgags, gibt es immer wieder kaum subtile Äußerungen über den Social-Media-Terror oder Öko/Biowahn. Ansonsten gibt es wieder cartoonhafte Figuren, over-the-top Ekelszenen und einen wunderbaren Soundtrack. Die Splattereffekte bewegen sich zwischen handgemacht und CGI. Die Mischung ist okay, denn das Ergebnis sieht tromatypisch billig cool aus. Leider musste auch Troma mittlerweile auf's digitale Filmen umsteigen und so verliert das Ergebnis dadurch schon irgendwie an Charme. Charme haben dagegen die beiden Hauptdarstellerinnen und die illustren Gastauftritte von Stan Lee oder Lemmy Kilmister.

Zwischen all dem Schwachsinn und radioaktiver Lesbenliebe verstecken sich aber auch die Schwachpunkte. Handwerklich ist der Film eher bescheiden. Kaufman war noch nie der große Regisseur und das stellt man auch bei RTNH schnell wieder fest. Der Film besteht größtenteils aus zusammenhangslosen Einzelszenen, die dann auch noch unterdurchschnittlich geschnitten sind. Zudem benötigt der Film einiges an Zeit um überhaupt in Fahrt zu kommen. Aber das scheint normal, wenn man einen solchen Stoff auf zwei ganze Filme ausbreitet. Im übrigen sorgt dieser Umstand auch dafür, dass RTNH urplötzlich mit einem Cliffhanger endet.

Aber was soll ich euch sagen? Für Exploitation-,Trash- und Tromaliebhaber ist Return To Nuke'em High trotzdem ein Fest, ein Greatest Hits Album der großen 80's Perlen des Labels. Sex, Gewalt und Rock N Roll wird hier groß geschrieben und das wird sich zum Glück auch nie ändern. Aber neue Fans wird man mit dem Film trotzdem nicht mehr hinzugewinnen.

OT: Return To Nuke'em High Vol. I VÖ: 2013 Laufzeit: 85 Minuten FSK: - R: Lloyd Kaufman D: Asta Parades, Catherine Corcoran, Zac Amico
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Troma, Anchor Bay, 84' Entertainment

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