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The Voices (2015)



Marjane Satrapis The Voices ist ein schwarzhumoriges Drama über einen mental ziemlich instabilen Fabrikarbeiter, der daheim mit seinen Haustieren kommuniziert und seinen Arbeitskolleginen nach dem Leben trachtet. Herausgekommen ist kein schlechter Film, aber einer der seinem Hype nie gerecht wird und dadurch am Ende ziemlich enttäuscht.

Bei bitterbösen Filmen über Serienkiller fällt einem zuerst immer der als Film gelungene, aber als Romanadaption gescheiterte American Psycho mit Christian Bale ein. The Voices bewegt sich Tonal definitiv in eine ähnliche Richtung. Und trotzdem kam der Humor bei mir nie wirklich an. Auch die Figuren um Jerry, Lisa und Co. haben mich wenig berührt. Das liegt aber nicht an den durchaus sehenswerten Performances von Ryan Reynolds, Anna Kendrick oder Gemma Arterton. Die Figuren sind einfach zu oberflächlich und klischeehaft geschrieben.

Auch der Genre-Mix, der so durchaus gelingen kann, behindert The Voices. Da haben wir manchmal ziemlichen Dampfhammer-Humor der Marke Ted oder parodistische Szenen, die aber auch nur die gängigen, schon zig mal ausgelutschten Horrorklischees auf's Korn nehmen. Auf der anderen Seite gibt es dann wirklich bitterböse Noten, zum Beispiel als Jerry tatsächlich mal vorschriftsmäßig seine Medikamente nimmt und sich seine wahre Welt erkenntlich zeigt. Dann zeigt sich wieder kurz das Interesse an der Psyche der Hauptfigur, das Interesse an seiner Einsamkeit, an seiner Krankheit. Aber das ist stets nur von sehr kurzer Dauer. Leider.


Meistens will uns Satrapi mit Skurrilitäten oder grotesken Einfällen auf ihre Seite ziehen. Mich hat diese Vorgehensweise mit den sprechenden Tieren tendenziell eher gelangweilt, wie so manches an diesem Film. Die meisten Motive, Dialoge und Situationen sind leider sehr repetetiv. Lobenswert ist jedoch immerhin der Versuch inhaltlich mal anders mit dem Thema Krankheiten, ob psychischer oder physischer Natur, umzugehen. Es muss ja nun wirklich nicht immer ein reines Drama mit Tom Hanks in der Hauptrolle sein.

Neben den wenigen starken Momenten und den gut aufgelegten Darstellern gibt es also recht wenig begeisterndes an The Voices. In den Vorstellungen von Satrapi mag das Konzept gut funktioniert haben, aber als Film ist das Ergebnis wirklich und aus meiner Sicht mit einem großen LEIDER versehen überschaubar. Ich hätte mir zum Beispiel mehr von den wirklich schaurigen Momenten in der objektiven Perspektive gewünscht. Was am Ende bleibt ist ein ziemlich banaler und für dieses Thema viel zu zahmer Film.

OT: The Voices VÖ: 2015 Laufzeit: 101 Minuten FSK: 16 R: Marjane Satrapi D: Ryan Reynolds, Gemma Arterton, Anna Kendrick
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Christian

Bildquelle: Ascot Elite

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