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Golden Boy (1995)



Kintaro ist 25 Jahre alt und hat vor kurzem sein Studium abgeschlossen. Da er noch nicht so recht weiß, wo er mit seinem Leben hin will, zieht er zunächst in die weite Welt hinaus und nimmt allerlei Gelegenheitsjobs an. Außerdem will er endlich die passende Herzdame für sich finden. Doch sowohl die Arbeits- als auch die Frauenwelt sind nicht so einfach, wie sich Kintaro vorgestellt hat. Und so tritt er in jedes erdenkliche Fettnäpfchen...

Golden Boy war zur Hochphase von MTV meine erste und für lange Zeit einzige Erfahrung mit nicht mehr ganz kindgerechtem Anime. Heimlich in der Nacht sah ich mir die frivole, sechsteilige OVA an und war perplex so viel nackte Haut für die damalige Zeit in einem "Trickfilm" zu sehen. Jetzt habe ich mir die sechs Episoden nach Ewigkeiten mal wieder angesehen. Mittlerweile schaue ich regelmäßig Anime verschiedenster Genre und muss gestehen, dass der oft zum Fremdschämen einladende Ecchi-Faktor ganz und gebe in Japan ist. Ich muss mir aber auch eingestehen, dass Golden Boy ein paar richtig starke Gags auf Lager hat, die nicht unbedingt etwas mit Kintaros Wollust am Hut haben.


In der Regel läuft jede OVA von Golden Boy nach dem selben Schema ab. Neuer Job, hübsche Frau, Chaos, Fettnäpfchen, pubertärer Humor. Da es sich jedoch nur um sechs Episoden zu je einer halben Stunde handelt, fällt das nicht sonderlich schlimm ins Gewicht. Eine Charakterentwicklung gibt es ebenso wenig wie einen zusammenhängenden Storyverlauf. Aber das war auch gar nicht gewollt. Manchmal schlägt Golden Boy, wie in OVA 3, auch ernstere Töne an und verzichtet ganz auf seine Ecchi-Comedy.

Letztlich läuft es auf eine One-Man-Show der Hauptfigur Kintaro hinaus. Wobei Kintaros Notgeilheit schon eher zu einem 15 und nicht 25 Jährigen passt. Die restlichen Figuren sind eher Beiwerk. Höhepunkt einer jeden Folge sind definitiv Kintaros übertrieben unrealistische Fratzen und Gesichtsverzerrungen. Diese Mimik, herrlich. Der Ecchi-Faktor ist dann letztlich auch relativ zahm. Wirklich nackte Tatsachen gibt es, anders als im völlig misslungenen Manga, nicht zu sehen. Wesentlich markanter ist da schon Kintaros Toiletten-Running-Gag, aber das ist eine ganz andere Geschichte.


Visuell hat Golden Boy den Zahn der Zeit einigermaßen gut überstanden. Die Figuren wissen zu gefallen, nur die Hintergründe sind desöfteren etwas detailarm. Die Musik spielt wenn dann nur im Hintergrund. Das Opening hat durchaus Charme, das Ending ist nicht der Rede wert.

Golden Boy ist eine schweinisch-schlüpfrige Komödie mit einem Hauptcharakter, der sich gewaschen hat. Für Leute, deren Jugend mit der Serie verknüpfbar ist, ist Golden Boy längst ein Kultklassiker. Wirklich schade, dass es nur zu sechs Episoden gereicht hat.

OT: Golden Boy VÖ: 1995-1996 Laufzeit: 6x29 Minuten FSK: 16
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Christian

Bildquelle: Nipponart GmbH

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