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JeruZalem (2015)



JeruZalem erzählt im Found-Footage-Stil vom Besuch zweier jüdischer Amerikanerinnen in Jerusalem. Und das ist alles? Nein, denn schon bald bricht über der israelischen Stadt ein wahrhaft biblischer Albtraum ein. Wackelkamera, Zombies, Friedhöfe, eine Irrenanstalt und naive, dauerschreiende Protagonisten. Was kann da schief gehen? Richtig, so ziemlich alles.

JeruZalem zeigt bereits im Intro, dass das Budget niedrig angesetzt war. Und so leidet schon beim Prolog die Glaubwürdigkeit. Der israelische Wackelkamerafilm glänzt vor allem durch die Erfüllung sämtlicher gängiger Genretropes und Stereotypen. Der Found-Footage Einsatz wird durch die Verwendung einer Smart Glass Brille der Hauptfigur gerechtfertigt. Dank einiger ziemlich misslungener Bildeinstellungen und Winkel wird auch hier die Glaubwürdigkeit zur Geduldsprobe für den Zuschauer. Um mal ein paar Brüste zu zeigen, kann man die Brille jedoch auch mal auf den Nachttisch legen. Am Ende wirkt das nur noch lächerlich und verkauft den Zuschauer für dumm. Aber bis es soweit ist, müssen wir einen unglaublich langen und komplett langweiligen Leerlauf ertragen, in dem gefühlt rein gar nichts passiert. Zumindest wenn man davon absieht, dass die Figuren minütlich unsympathischer werden und es schwer fällt das Interesse aufrecht zuerhalten.

Wenn die Panik in Jerusalem ausbricht wird der Film etwas interessanter, aber da ist es eigentlich schon viel zu spät. Es gibt ein paar nette Jump Scares, auch das Monsterdesign ist ansprechend, aber leider viel zu kostengünstig umgesetzt. Atmosphärisch kann der Film im letzten Drittel ebenfalls punkten, besonders die Schattenspiele haben mir gefallen. Nach der kurz aufkommenden Begeisterung ist es dann aber auch wieder vorbei. Besonders das Ende ist ein absolutes Fiasko. Mit der pseudophilosophischen Auseinandersetzung der kulturellen und vor allem religiösen Konflikten in Jerusalem haben sich die beiden Regisseure bei aller positiven Absicht auch keinen Gefallen getan. Aber zumindest kann man ihnen keinen einseitigen Kommentar unterstellen. Einen eintönigen und selten originellen Film aber definitiv...

OT: JeruZalem VÖ: 2015 Laufzeit: 87 Minuten FSK: 16 R: Doron Paz, Yoav Paz D: Tom Graziani, Yael Grobglas, Danielle Jadelyn
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Christian

Bildquelle: Splendid Film

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