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The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning (2006)



Nach dem Erfolg von Marcus Nispels Remake des Klassikers The Texas Chainsaw Massacre, sah sich Michael Bay's Produktionsfirma Platinum Dunes förmlich dazu gezwungen einen weiteren Film des unsterblichen Leatherface-Franchises abzudrehen. Herausgekommen ist dabei Jonathan Liebesmans extrem brutales Hochglanzschlachtplattenprequel The Beginning...

Es handelt sich bei TCM: The Beginning zwar rein förmlich um ein Prequel, also um eine Vorgeschichte zur eigentlichen Handlung, aber wirklich neue inhaltliche Akzente kann Liebesman mit seinem Film nicht setzen. Man muss ebenfalls beachten, dass es sich um die Vorgeschichte zum Remake von Marcus Nispel handelt und es keine direkte Storyverbindung zu Tobe Hoopers Original Texas Chainsaw Massacre aus den 70ern. Klingt alles kompliziert und es wird noch spektakulärer wenn es später um die verschiedenen Schnittfassungen des Films gehen wird. Also wirklich neu sind an The Beginning nur drei Storyelemente. Wir erfahren wie Sheriff Hoyt zu Sheriff Hoyt wurde. Wir erfahren wie Leatherface den Weg in die Arbeitslosigkeit gefunden hat und vor allem wie Opa Monty seine Beine verlor. Ansonsten fühlt sich Liebesmans Film eher wie ein brutales Remake des Remakes an. Das eigentliche Prequel werden wir wohl noch in diesem Jahr auf der Leinwand sehen. Gewiss ist, dass es sich bei The Beginning nicht um den schlechtesten Film des Franchises handelt. Trotz zahlreicher Mängel ist der Film davon sogar recht weit entfernt.


Knapp gebrochen, geraten einfach wieder vier junge Erwachsene in die Hände des Kannibalenklans um Echthautmaskenträger Leatherface. Im Fahrwasser des Erfolgs von Hostel und Co. ist TCM: The Beginning weniger ein klassischer Slasher als ein moderner Torture-Porn. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei diesem Franchise-Beitrag um einen Hochglanzkinofilm handelt. Ich habe wirklich schon extrem viele und auch extrem brutale Filme gesehen, aber für einen Kinofilm dürfte The Beginning wohl mit Abstand das brutalste und gewaltätigste Erlebnis der letzten Jahre gewesen sein. So viele Kills wie hier enthielt noch kein Film der Reihe. Leatherface lässt sich nicht lumpen und zerteilt und zermetzelt wirklich alles und jeden. Die Grenze des Ertragbaren dürfte für unerfahrene Zuschauer schon nach wenigen Minuten erreicht sein. Die Kamera bewegt sich dabei nie ins Off, sondern hält immer drauf. Egal wie sehr es weh tut. Dazu gesellt sich eine erstaunlich schmutzig-dreckige Atmosphäre, die natürlich nicht ganz an die Verstörung des Originals heranreicht, aber dennoch beachtenswert ist.

Besetzt ist der Film eher durchschnittlich. Jordana Brewster, bekannt aus der Fast & Furious-Reihe, ist neben Full Metal Jacket Autorität R. Lee Erney das einzige Zugpferd. Dieser sorgt auch für den manchmal grenzwertig schwarzen Humor im Film. Das eigentliche Problem ist der Mangel an Spannung und Interesse. Der Film erzählt nichts erfrisches und betritt nur abgewanderte Pfade. Schade.


Und nun zu den Fassungen des Films. TCM: The Beginning lief bereits in den US-Kinos zum Release nur in einer gekürzten R-Rated Fassung. In Deutschland lief eine noch deutlicher gekürzte Fassung im Kino, die von der eigentlichen Intention des Films nur noch erahnen ließ. Die Heimkinoauswertung präsentierte dann in den USA und im UK tatsächlich die ungekürzte Unrated Fassung des Films. Auch in Deutschland wurde mit einer Unrated Version geworben. Diese entpuppte sich jedoch als ungeschnitte R-Rated Fassung. Also als ungeschnittene geschnittene Version. Kurz um, besorgt euch für 5 Pfund die Unrated DVD aus England. Günstig und komplett. Eine komplett ungekürzte, legale, deutsche Fassung existiert nicht.

The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning ist ein extrem brutales und intensives Prequel mit einer düsteren Ästhetik und hohem Tempo. Die Geschichte ist zu vernachlässigen. Gorehounds und Fans der Reihe werden ihren Spaß haben. Alle anderen sollte gewarnt sein. TCM: The Beginning ist alles andere als leichte Kost und dürfte den ein oder anderen Magen ganz schön umkrempeln. Wer damit leben kann, sollte sich TCM: The Beginning und Marcus Nispels Remake unbedingt als Double-Feature ansehen.

OT: The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning VÖ: 2006 Laufzeit: 91 Minuten FSK: - (alle deutschen Fassungen erheblich gekürzt) R: Jonathan Liebesman D: Jordana Brewster, Taylor Handley, Diora Baird, Matt Bomer, R. Lee Ermey
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Christian

Bildquelle: Platinum Dunes, Warner Bros.

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