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Imprint (2006)



"Oh God, I'm surrounded by madness!" - Dieses Zitat aus Imprint fasst den Film ziemlich gut zusammen. Imprint ist eine Episode der amerikanischen Horror-Anthology Masters Of Horror, in der bekannte Genregrößen wie John Carpenter eine einstündige Horrorgeschichte erzählen dürfen. Weitestgehend ohne Einschränkungen. Doch nicht mit mit dem legendären japanischen Regisseur Takashi Miike (Audition, Ichi The Killer, 13 Assassins). Wer einmal einen Miike gesehen hat, weiß welch oft absurde, aber meist dunkle und gewaltätige Themen der Japaner anspricht. Und nunja in Imprint sind das vor allem Inzest, Folter, Prostitution und Abtreibung...

So wurde ausgerechnet diese Episode der Masters Of Horror nicht im US-TV ausgestrahlt. Zu explizit und grafisch waren die Folterszenen. Erst später in einer deutlich abgeschwächten Form wurde die Episode veröffentlicht. Für's Heimkino gab es die düstere Miike Episode ungeschnitten und diese hat es in sich, scheitert jedoch trotzdem völlig überraschend an den einfachsten Dingen. Die Geschichte aus der dunklen Vergangenheit Japans ist dabei nicht uninteressant. Ein amerikanischer Journalist reist durch Japan um Komomo, die Liebe seines Lebens, wieder in die Arme zu schließen. Er versprach der Prostituierten ein besseres Leben, doch dazu soll es nicht kommen. Was folgt sind Folterszenen die einem richtig weh tun. Nichts für zarte Seelen. Wer aber die sadistischen Elemente eines Audition kennt, dürfte dennoch nicht wirklich schockiert sein. Immer wieder baut Miike Seitenhiebe auf die oft verklärte japanische Vergangenheit ein und das rechne ich dem Extremregisseur hoch an.

Mehr hat der Film für mich jedoch nicht zu bieten. Im Gegenteil. Vor allem die Schauspielperformances sind kaum zu unterbieten. Warum man in einem japanischen Film, von einem japanischen Regisseur, japanische Darsteller englisch reden lässt, bleibt ein Rätsel. Emotionen werden in gebrochen gesprochener Fremdsprache jedenfalls nicht vermittelt. Doch der Tiefpunkt ist die völlig überzogene Schauspielkunst von Billy Drago (The Hills Have Eyes). Für die Figuren selbst können wir auf Grund der kurzen Laufzeit und der schlechten Darstellungen eigentliche nie Empathie oder gar Sympathie empfinden. So wirkt am Ende auch die Folter belanglos. Eine Stunde reicht selten um Motive und Absichten nachvollziehbar darzustellen. Inszenatorisch ist Imprint für sonstige Verhältnisse des Regisseurs trotz niedrigen Budgets eher bescheiden. So ist am Ende auch Imprint ein extremer Miike Film, aber er ist eben auch weit davon entfernt ein extrem guter Film zu sein.

OT: Imprint VÖ: 2006 Laufzeit: 63 Minuten FSK: - (ungekürzte Spio/JK Fassung erhältlich) R: Takashi Miike D: Billy Drago, Youki Kudoh, Miho Ninagawa
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Splendid

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