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Laid To Rest (2009)



Eine Prostituierte wacht lebendig in einem Sarg auf. Sie weiß weder warum sie eingesperrt ist, noch wer sie eingesperrt hat. Doch nach ihrer Befreiung wird schnell klar, dass ihr ein sadistischer Serienkiller an den Fersen klebt und es gilt die Nacht zu überleben. Was sehr rudimentär klingt und auch rudimentär ist, ist ein Slasher des berüchtigen Special-Effekt-Künstlers Robert Hall, dessen Effektschmiede Almost Human schon einige große, aber vor allem viele Horrorfilme anvertraut wurden. Und das hat seine Gründe...

Denn kaum ein Effektkünstler in Hollywood versteht sein Handwerk so gut wie Robert Hall. Schnell wird klar, dass die extrem blutigen, aber auch extrem realistischen Effekte das große Verkaufsmerkmal seines Slashers Laid To Rest sind. Zeitweilen fühlt sich der Horrorstreifen wie ein Werbefilm für die handgemachten, praktischen Effekte Halls an. Aber ganz ehrlich, auch wenn der Film sonst kaum Qualitäten aufzeigt, die Effekte sind spitzenmäßig und gehören zum besten was ich in den letzten zehn Jahren gesehen habe. Wer allerdings nicht viel Gewalt auf dem Fernseher verträgt sollte einen Bogen um diese SFX-Show schlagen, denn die Gewalt ist wirklich extrem und durch die realistische Optik doppelt so hart. Schade, dass der Film ansonsten kaum punkten kann. Die Geschichte ist zweckmäßig, dabei aber wirklich belanglos und vor allem in den Details ziemlich unlogisch. Die Besetzung ist okay, die Performances aber trotzdem unterdurchschnittlich. Viel Overacting und großer Mangel an Talent sind hier offensichtlich. Aber immerhin ist bewunderswert, dass eine Darstellerin wie Lena Headey vor Game Of Thrones und Dredd auch mal über die Runden kommen musste. Anders ist ihr Mitwirken an Laid To Rest nicht zu erklären. Leider wurde ausgerechnet die Hauptrolle mit der uncharismatischen Bobbi Sue Luther am schlimmsten fehlbesetzt. Lediglich der mit dem Genre lang vertraute Thomas Dekker kann stellenweise überzeugen. Ausgerechnet der hintergrundlose, durchgängig maskierte, nicht sprechende Killer ist die faszinierendste Figur im ganzen Film. In den 80ern wäre einem Film mit solch einem Killer der große Erfolg garantiert gewesen, aber heute ist der klassiche Slasher nur noch Nische zwischen all den Geister- und Found Footage Filmen. Leider hat es Regisseur, Autor und Effektkünstler Hall auch verpasst seinen Film über die komplette Laufzeit spannend und interessant zu gestalten. Irgendwie ist die Stimmung des Films unnatürlich deprimierend und spaßbefreit, was die Szenen, insbesondere jene mit Dialogen, zwischen den deftigen Kills extrem behäbig wirken lässt. Aber wurscht, diese Effekte sind einfach nur der Hammer.

Für Gorehounds und Fans von richtig starken Spezialeffekten dürfte Laid To Rest das neue Magnum Opus sein. Allen anderen ist der Film auf Grund seiner extremen Brutalität, aber auch seiner inhaltlichen Mängel nicht zu empfehlen. Denn wirklich spannend oder vor allem gruselig ist der Film nie.

OT: Laid To Rest VÖ: 2009 Laufzeit: 90 Minuten FSK: - (keine ungekürzte in Deutschland frei erhältliche Fassung) R: Robert Hall D: Thomas Dekker, Bobbi Sue Luther, Lena Headey, Nick Principe
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Anchor Bay

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