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钟馗伏魔:雪妖魔灵 - Snow Girl And The Dark Crystal (2015)



Alle tausend Jahre ermöglicht es ein dunkler Kristall zwischen Himmelsreich, Hölle und Erde zu wandeln. Pünktlich machen sich einige Dämonen auf um die Stadt Hu aufzusuchen, in der Dämonenjäger Zhong Kui, beauftragt vom göttlichen Zhang Daoxian, über den von ihm aus der Hölle gestohlenen Kristall wacht. Als plötzlich Snow Girl, die Zhong Kuis großer Liebe zum verwechseln ähnlich sieht, vor den Stadtmauern steht, sind die Menschen in großer Gefahr.

Zhongkui: Snow Girl and the Dark Crystal
ist ein Film in typisch chinesischer Tradition. Opulente Kulissen, fantastische Kostüme, Dämonen, Geister, Krieger, Legenden und Mythen. Das war in China/Hong-Kong schon immer erfolgreich und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit, auch in Europa und den USA, wenn auch als Nische. Peter Pau, vor allem als Kameramann für Crouching Tiger, Hidden Dragon und John Woo's The Killer bekannt, inszenierte erstmals die Geschichte des berühmten Dämonenjägers Zhong Kui als Blockbuster. Verwunderlich, denn soweit ich weiß, kennt in China jeder die Legende des Antihelden. Pau lässt jedenfalls die Zeiten eines A Chinese Ghost Story aufleben, scheitert dabei aber vor allem an den technischen Grundlagen des Films. Später mehr dazu. Die Darsteller, allen voran Chen Kun (Let The Bullets Fly, Mulan, Detective Dee) und die bildhübsche Li Bingbing (Transformers 4, Resident Evil 6+7) überzeugen in ihren Rollen. Es ist definitiv ein Pluspunkt für den Film, dass die für den asiatischen Raum so markante Tendenz zum Overacting hier kaum zur Geltung kommt. Auch die Kulissen und vor allem Kostüme sind überragend. An der Ausstattung mangelt es diesem Blockbuster definitiv nicht. Auch der melodramatisch-epische Score spielt ganz klar in den höheren Klassen mit. Diese Zutaten und eine zwar wenig einfallsreiche, dafür aber sehr dynamische und temporeiche Story sollten eigentlich dafür sorgen, dass Snow Girl And The Dark Crystal zum Erlebnis wird.

Doch leider liegt das Hauptaugenmerk des chinesischen Kassenschlagers auf exorbitante CGI-Schlachten und eben jene zwingen den Film und vor allem seine beabsichtigen Emotionen auf die Knie. Für die Designs und viele Hintergründe war Hollywoods berühmteste Effektschmiede WETA (u.a. Lord Of The Rings) zuständig. Deren Arbeit erreicht zwar nie ihr gewohntes Niveau, hat aber trotz des eingeschränkten Budgets durchaus ihren Charme. Was jedoch an Monstern, Dämonen und Verwandlungen aufgeboten wird, ist größtenteils eine optische Zumutung. Das erinnert an Zwischensequenzen aus Videospielen der frühen 2000ern. Stocksteif und federleicht bzw. gewichtslos sind die Bewegungsanimationen ein wahrer Albtraum. Insbesondere wenn diese CGI-Kreaturen mit den echten Darstellern agieren sollen, fragt man sich wirklich ob das hier einer der erfolgreichen chinesischen Filme der letzten Jahre ist oder ein Kandidat für SchleFaZ? Dämonen und Co. stammen übrigens nicht aus der WETA-Fabrik. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Qualität der Effekte von Szene zu Szene unterschiedlich ist und so nie ein stimmiges, visuelles Ergebnis entsteht. Nichtsdestotrotz kann man mit Snow Girl And The Dark Crystal seinen Spaß haben. Ich bin ehrlich, ich mag sowas sehr gern. Da sich der Film letztlich aber auch auf seine größte Schwäche verlässt, kann ich nicht wirklich eine Sehempfehlung aussprechen. Schade, aber leider auch ein anhaltender Trend im chinesischen Mainstream-Kino.

OT: 钟馗伏魔:雪妖魔灵 IT: Zhongkui: Snow Girl and the Dark Crystal VÖ: 2015 Laufzeit: 118 Minuten FSK: 12 R: Zhao Tianyu, Peter Pau D: Chen Kun, Li Bingbing, Winston Chao
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Christian

Bildquelle: Koch Media

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