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Memories Of The Sword (2015)



Ein junges Mädchen namens Seol-hee wurde von früh an von ihrer blinden Ziehmutter Seol-rang zur Kämpferin trainiert - mit nur einem Ziel. Seol-hee soll sich bei den Mördern ihrer Eltern rächen. Diese starben damals bei einem Aufstand gegen die Obrigkeit durch heimtückischen Verrat. Und ausgerechnet der Verräter sitzt heute ganz weit oben auf der Treppe der Macht.

Park Heung-Siks Memories Of The Sword ist ein südkoreanisches Martial Arts-Drama ganz im Wuxia-Stil des chinesischen Kinos, insbesondere dem aus Hong Kong. So greift sich Memories Of The Sword sowohl inhaltliche als auch audiovisuelle Versatzstücke aus Crouching Tiger, Hidden Dragon, Hero und House of Flying Daggers und schafft daraus ein doch überraschend eigenständiges und gelungenes Stück, das zeigt, dass auch auch koreanisches Kino Wuxia und epische Swordplays problemlos meistern kann.

Und so weiß man auch, was zu erwarten ist. Das Storytelling unterscheidet sich kaum von den großen Vorbildern. Das Tempo ist nie wirklich hoch und trotzdem wirkt die Handlung etwas rasch erzählt. Memories Of The Sword lässt dabei die wenigsten Genretropes aus. Ja es gibt einen Schwertkampf im Schnee. Ja es gibt einen Schwertkampf im Regen, im Wald. Ein wenig Melodramatik hier, ein wenig flottes Romancing dort. Zudem gibt es häufige Flashbacks und Handlungssprünge, aber unüblicherweise lässt sich dem Geschehen trotzdem überraschend problemlos folgen. Das Rachemärchen ist trotz seiner zahlreich enthaltenen Genrestandards sehr unterhaltsam und gelungen.


Und für dieses Gelingen sorgen vor allem die ziemlich starken Darsteller. Allen voran Lee Byung-Hun (I Saw The Devil, JSA, A Bittersweet Life) spielt als facettenreicher Schurke überragend. Selten habe ich einen so tiefgründigen Filmbösewicht gesehen wie hier. Aber auch die Frauen Jeon Do-yeon (The Housemaid) und Kim Go-Eun (Monster, Coin Locker Girl) spielen ziemlich überzeugend. Man folgt den charismatischen Figuren so gerne durch die zwei Stunden, die entgegen vieler anderer asiatischer Schwertkampfepen wie im Fluge vergehen.

Visuell ist Memories Of The Sword im Grunde wunderbar. Es gibt mal schnelle Schnitte, mal Zeitlupen und dann wieder sehr lange und ruhige Einstellungen. So entsteht eine gelungene Kombination aus moderner und klassischer Action. Kulissen, Kostüme und Farben passen ebenfalls. Eher unterdurchschnittlich ist die bescheidene Anwendung von Wirework, die mehr als offensichtlich ist, insbesondere in Kombination mit gewichtslosen CGI-Effekten, die aber zum Glück eher selten sind. Memories Of The Sword ist optisch definitiv aufregend, aber die ewigen Zeitlupen nutzen sich zum Ende hin auch etwas ab. Park Heung-Siks Film ist ein gelungener, aber definitiv kein zukünftiger Klassiker des Genre. Fans des asiatischen Actiondramas sollten hier aber unbedingt einen Blick riskieren!

IT: Memories Of The Sword OT: Hyeomnyeo: Kar-ui gi-eok VÖ: 2015 Laufzeit: 121 Minuten FSK: 16 R: Park Heung-shik D: Lee Byung-hun, Jeon Do-yeon, Kim Go-Eun
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Christian

Bildquelle: Splendid

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