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X-Men: Apocalypse (2016)



Ich bin ehrlich, obwohl ich Comics und Superhelden mag, kann ich dem aktuellen Akkordoutput an Superhelden-Filmen nicht mehr viel abgewinnen. Insbesondere nach dem Dawn Of Justice Fiasko bin ich momentan schwer für solche Themen zu begeistern. Im Jahr 2016 ist X-Men: Apocalypse nun schon nach eben Batman V Superman, Civil War und Deadpool der vierte große Superheldenstreifen und ein Ende ist in Anbetracht des kommenden Suicide Squad Releases nicht in Sicht. Nach den durchaus gelungenen Trailern der letzten Wochen zum neuen X-Men Film bin ich dennoch frohen Mutes in die Vorstellung gegangen.

Bereits im ersten Drittel des Films überraschen Bryan Singer als Regisseur und Simon Kinberg als Autor. Hier gibt es längst keine große Materialschlacht, sondern ein ziemlich düsteres, emotionales und geerdetes Superheldendrama. Identitätskrisen an allen möglichen Orten und Stellen. Insbesondere die Figur Magnetos fällt hier positiv ins Gewicht. Doch schnell wird ebenso klar, dass Apocalypse kaum etwas zu erzählen hat. Der Plot ist unglaublich schwach und besteht eigentlich nur aus stereotypischer Schwarzweißmalerei. Je mehr die Weltherrschaftsambitionen des Schurken Apocalypse in den Vordergrund rücken, desto blasser mutiert die Veranstaltung. Göttliche Allmächtigkeitsfantasien haben wir ja nun wirklich zu genügend als Motiv in diesem Genre erlebt.

Denn auch hier man es wieder nicht geschafft einen tollen Bösewicht zu installieren. Seit The Dark Knight hat es, bitte korrigiert mich, wenn ich falsch liege, keinen nennenswerten Schurken mehr in Superheldenadaptionen gegeben. Oscar Isaac tat mir in seiner Rolle hier schon ziemlich leid. Der Mittelteil des Films ist in der Folge ziemlich belanglos und auch langweilig. Nicht selten konnte man im gut gefüllten Kinosaal ein lauteres Gähnen verzeichnen. Den großen Bombast hebt sich Singer dann für sein großes, viel zu lange hinausgezögertes Finale auf. Bis es endlich zur Sache geht, sind fast zwei Stunden vergangen. Aber auch das Finale ist eher enttäuschend. Ein Effektgewitter welches jenem aus Batman V Superman sehr ähnelt, wenn auch deutlich übersichtlicher. Auch der passende Farbmatsch spielt hier wieder eine große Rolle.


X-Men: Apocalypse erzählt und zeigt uns nichts besonderes. Es gibt kein Alleinstellungsmerkmal im Sumpf der Comicadaptionen und leider auch nur wenige Highlights. Die stärksten Momente des Films können Michael Fassbender, aber insbesondere Evan Peters als Quicksilver für sich verbuchen. Auch Neuzugang Sophie Turner (Game Of Thrones) passt gut in den Cast. Jennifer Lawrence scheint sich jedoch mehr denn je von solchen Blockbustern unterfordert zu fühlen, anders lässt sich ihre extrem gelangweilte Performance nicht erklären. Als sich die Lage im Film zuspitzt gibt es noch einen Kameoauftritt eines allseits bekannten Mutanten zu bestaunen. Doch wer die letzten Trailer gesehen hat, der wird auch hier nicht mehr großartig überrascht.

So tritt der neue X-Men irgendwie auf der Stelle. Eine Entwicklung oder ein Fortschritt in Singers Reihe ist nicht zu erkennen und so wirkt Apocalypse eben wie ein Füllfilm im Franchise, der nur in seinen wenigen emotionalen Charaktermomenten überzeugen kann. Zu konventionell, zu stereotypisch und deutlich zu lang ist X-Men: Apocalypse und geht damit erstaunlicherweise einen Weg, der für das Franchise bis dato eher ungewohnt ist.

OT: X-Men: Apocalypse VÖ: 2016 Laufzeit: 144 Minuten FSK: 12 R: Bryan Singer D: James McAvoy, Michael Fassbender, Jennifer Lawrence, Oscar Isaac, Nicholas Hoult, Rose Byrne, Tye Sheridan, Sophie Turner, Olivia Munn, Lucas Till, Evan Peters
Trailerlink

Christian

Bildquelle: Twentieth Century Fox, Marvel Entertainment, Bad Hat Harry Productions, TSG Entertainment

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