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Mortal Kombat (1995)



Eine jede Generation erlebt ihr eigenes Mortal Kombat Turnier. Doch dieses Mal steht viel mehr auf dem Spiel, denn Oberschurke Shang Tsung kann für die böse Outworld den zehnten Sieg in Folge erringen und damit die Weltherrschaft an sich reißen und damit die ganze Menschheit zum Sklaven halten. Nur Schauspieler Johnny Cage, Soldatin Sonya Blade und Martial Arts Kämpfer Liu Kang können die finsteren Pläne noch verhindern, jedoch nur wenn sie gewollt oder ungewollt am großen Turnier teilnehmen...

Machen wir uns nichts vor, die Story dieser Videogame-Adaption ist so schwachsinnig wie sie sich liest. Aber machen wir uns auch nichts vor, genau das wollten wir Fans des Mortal Kombat-Franchise sehen. Denn anders als beispielsweise die Street Fighter, Tekken oder Dead Or Alive Verfilmungen, verlässt Paul W.S. Andersons Mortal Kombat sein wichtigstes Merkmal nie wirklich. Das Turnier zwischen den unterschiedlichen Martial Artists bleibt bis zum Ende Mittelpunkt des Films. Es gibt keinen unnötigen Nebenplot, keine wirkliche Romanze und kein deplatziertes Drama. Mortal Kombat goes straight to the point.


Da die Kämpfe im Zentrum des Films stehen und es sich um ein Prügelspiel als Vorlage handelt, kann man durchaus mit großen Erwartungen an die Fightszenen herangehen und wird auch nicht wirklich enttäuscht. Je nach dem wer grade im Ring steht, sorgt mal mehr, mal weniger für gut choreografiertes Spektaktel. Fanservice steht hier zum Glück im Mittelpunkt. Die Charaktere kommen ihren Vorlagen ziemlich nahe und es wurde auch dafür gesorgt, möglichst viele Kämpfer im Film unterzubringen ohne den Film zu überladen. Wer Goro, Sub-Zero, Scorpion, Kitana, Cage und Co sehen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten.

Leider verzichtet Mortal Kombat ausgerechnet auf das wichtigste Merkmal seiner Vorlage. Zwar ist Andersons Film nicht zahm, aber die Härte der Games hätte durchaus auch zur Szenerie des Films gepasst. Dafür hat man einige richtig starke Kulissen geschaffen, die definitiv für die richtige Atmosphäre sorgen. Leider hat man neben einigen handgemachten Effekten, viel Wert auf CGI gelegt. Die Effekte waren größtenteils schon Mitte der 90er nicht mehr zeitgemäß und wirken heutzutage ebenso lächerlich wie die oberflächlichen Dialoge. Zum Glück nimmt sich der Film von Anfang an nicht besonders ernst.


Zu den besten Momenten des Films gehört übrigens der Kampf zwischen Johnny Cage und Scorpion, die sich auf einer fantastischen Piratenschifffriedhofskulisse zu den Industrialklängen von Fear Factory prügeln. Der feuchte Traum eines jeden Teenies. Zwar sind die Darsteller durchaus charismatisch, ich hätte aber gerne gesehen, wie Mortal Kombat mit den ursprünglich geplanten Darstellern wie Cameron Diaz, Jean-Claude van Damme, Dustin Nguyen oder Brandon Lee (RIP mein Freund) ausgesehen hätte. So hat man zwar am Ende Zockliebhaber Christopher Lambert und den ewigen Schurken Cary-Hiroyuki Tagawa an Bord, in den sonstigen Hauptrollen aber nur B-Darsteller oder gar komplette No-Names.

Die Filmadaption von Mortal Kombat gehört tatsächlich zu den ganz wenigen, wirklich sehenswerten Videospielverfilmungen. Man muss sich zwar auf eine gehörige Portion Trash und 90's Magie einlassen, wird dann aber auf jeden Fall seinen Spaß mit dem heutigen Kultfilm haben. Leider konnte die desaströse Fortsetzung in keiner Hinsicht das Niveau halten.

OT: Mortal Kombat VÖ: 1995 Laufzeit: 101 Minuten FSK: 16 R: Paul W.S. Anderson D: Christopher Lambert, Robin Shou, Linden Ashby, Cary-Hiroyuki Tagawa, Bridgette Wilson, Talisa Soto
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Christian

Bildquelle: Warner Bros., New Line Cinema

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