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The Nice Guys (2016)



Auftragsschläger Jackson Healy und der überaus hysterische Detektiv Holland March stolpern eher zufällig in eine gewaltige Verschwörung zwischen Korruption, Gewalt, Politik und Porno. Selbst ein scheinbar gewöhnlicher Selbstmord eines Pornostars ist im Los Angeles der 70er Jahre nicht so wie er scheint. Und schon gar nicht wenn zwei Männer in diesem Fall ermitteln die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und schon gar nicht wenn ihre Figuren von keinem geringeren als Buddy-Movie-Experte Shane Black geschrieben sind.

Und in der Tat setzt Shane Black, u.a. Schreiberling einiger der besten Buddy-Action-Filme aller Zeiten (Last Boy Scout, Lethal Weapon), dort an wo er in den 90ern mit dem starken Kiss Kiss Bang Bang aufgehört hat. The Nice Guys offenbart sich rasch als Neo-Noir-Action-Comedy, die so typisch Shane Black ist, dass man sich von der ersten Sekunde an komplett wohl fühlt in dieser stilisierten 70s Welt der Stadt der Engel. Ich muss gestehen, der Trailer hat mich im Vorfeld alles andere als umgehauen. In den letzten Jahren haben die ohnhin schon selten gewordenen Buddy-Movies mit Noir-Anstrich nichts neues erzählt. Umso faszinierender die Überraschung dann im Kino. The Nice Guys kombiniert mit Leichtigkeit clever inszenierte Actionszenen, mal mehr mal weniger tiefgründigen Humor und vor allem großartige Dialoge, die schon immer die Stärke Shane Blacks waren.

Und wer hätte schon gedacht, dass Russell Crowe und Ryan Gosling auf Anhieb eines der besten Leinwandduos der letzten zehn Jahre abgeben? Die beiden werfen sich in bester Manier die Bälle zu und werden nur noch von der Neuentdeckung des Films schlechthin, der jungen Angourie Rice (These Final Hours) ausgespielt. Die kecke Jungdarstellerin kann den beiden erfahrenen Filmstars tatsächlich erheblich Parolie bieten und stiehlt ihnen in einigen Szenen sogar komplett die Show. Man darf gespannt sein, was da in Zukunft noch kommen mag. Man muss aber auch anmerken, dass nahezu alle Figuren des Films äußerst interessant und voller Charisma und Makel geschrieben sind. Ryan Gosling erreicht sogar sein Comedyniveau aus Crazy, Stupid, Love. Crowe beweist warum er nach wie vor einer der coolsten Typen im Filmbusiness ist.


The Nice Guys
füllt seine knapp zwei Stunden mit vielen großartigen Momenten, Highlights und kreativen Ideen. Immer wieder erwischt man sich dabei, sich ganz sicher über den Fortlauf der Geschichte zu sein, nur um dann doch wieder an der Nase herumgeführt zu werden. Der Noir-Krimi ist gespickt mit Mysteryelementen, unerwarteten Verbindungen und Verschachtelungen. Gedanken an die Coen-Brüder kommen da unweigerlich auf. Und so wirkt selbst ein angestaubtes Genre wie der Buddy-Film im Jahre 2016 komplett frisch und überraschend. Dabei wirkt der Film in jeglicher Hinsicht komplett dynamisch und wie aus einem Guss. Bis zum finalen Pay-Off, der ist dann leider etwas einfallslos, wenn gleich auch immer noch sehenswert. Aber am Ende wird klar, dass bei den Nice Guys der Weg zum Ziel das eigentliche Highlight ist.

Optisch fängt The Nice Guys das 70's Flair und Ambiente mit all seinen passenden Autos, Klamotten und Kulissen hervorragend ein. Los Angeles ist für derartige Stoffe natürlich immer eine perfekte Location. Und so ist The Nice Guys letztlich für mich die größte Überraschung des nun schon fast sechs Monate alten Kinojahres und wird auch am Ende sicher einer der besten Filme 2016 bleiben. Shane Blacks humorvoller Krimi liefert einfach Kino ab. Kino mit echten Schauwerten, großartigen Darstellern, tollen Dialogen. Ohne Schnick-Schnack.

OT: The Nice Guys VÖ: 2016 Laufzeit: 118 Minuten FSK: 16 R: Shane Black D: Russell Crowe, Ryan Gosling, Angourie Rice, Matt Bomer, Margaret Qualley, Murielle Telio, Keith David, Kim Basinger
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Christian

Bildquelle: Concorde Video

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