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Kristy (2014)



Über die Tage der Thanks Giving Feierlichkeiten verbringt nahezu das gesamte College die Zeit bei der Familie oder auf Reisen, nur die schüchterne Justine bleibt allein auf dem riesigen Campus zurück. Doch schon bald muss die Studentin feststellen, dass es eine Gruppe schauriger Gestalten auf sie abgesehen hat, die keine guten Absichten haben und Justine nun kreuz und quer über das College-Gelände jagen. Denn in Justine haben die Eindringlinge ihre neue Kristy gefunden...

Der Story Hintergrund Kristy's ist zwar mdern, aber sehr rudimentär und zügig wird klar, dass Regisseur Olly Blackburns (Donkey Punch) Hauptaugenmerk auf ganz andere Dinge gerichtet war, zum Glück. Der Film leitet kurz ein und wirft uns bzw. Protagonistin Justine sofort in die Situation. Ein menschenbefreiter College Campus? Definitiv schon mal ein Häkchen für das perfekte Setting. Nun lernen wir Justine etwas genauer kennen, als sie die Freiheiten des leeren Geländes nutzt. Auf Anhieb ist uns die Figur vertraut und sympathisch, was vor allem an der charismatischen Darstellung Haley Bennetts liegt, die nun endlich mit Filmen wie The Girl On The Train, Weightless und The Magnificent Seven ihren großen Durchbruch feiern wird. Kamera und Schnitt sorgen von nun an für ein nicht mehr aufzuhaltendes Tempo. Wir lernen Widersacherin Violet kennen, vielleicht etwas zu beladen mit Klischees von Twilight-Star Ashley Greene gespielt. Die anfänglich heitere Atmosphäre ändert sich schlagartig mit Einbruch der Nacht. Justine wird nun keine ruhige Minute mehr gegönnt. Während der folgenden Stunde wird sie jedoch die klassische, aber durchaus authentische Entwicklung, zur toughen und selbstbewussten Fighterin durchstehen. Auf diesem Weg nutzt Regisseur Blackburn die Möglichkeiten seines stimmigen Sets. Die Einsamkeit und Isolierung auf dem Campus wird groß eingefangen. Die langen Flure, die spärliche Beleuchtung, ein großer Parkplatz, der Sportplatz, eine riesige Bibliothek oder das Schwimmbecken. Hier wird jede Location ausgeschöpft.


Die Jagd über den Campus wird von einer überragenden Spannung getragen, die aktuell im Genre kaum erreicht wird. Weiteren Tiefgang bekommt die Geschichte im Verlauf zwar nicht, aber das Risiko dadurch die enorme Kurzweiligkeit zu brechen wäre zu groß gewesen. So fährt Kristy nun alle Home Invasion Zutaten auf und begeistert von Sekunde zu Sekunde mehr. Die atemlose Spannung wird dabei von einem pulsierenden Score begleitet, der das Herz förmlich springen lässt. Immer wieder fängt Kristy visuell aufregende Bilder ein und gehört zu den bestaussehendsten Low Budget-Horrorfilmen der letzten vier, fünf Jahre. Leichten Abzug bekommt der Film für die konturlosen und eingangs schon angesprochenen klischeehaften Schurken und einige unglücke Momente der Logik. Eigentlich unvorstellbar, wie diese kleine, effektive Horrorthriller-Perle so derartig untergehen konnte. Für mich ist Kristy einer der besten Genrevertreter der letzten Jahre. Unglaublich spannend, toll inszeniert und mit einer famosen Hauptdarstellerin besetzt, ist Kristy ein absoluter Geheimtipp für alle Fans von Nervenkitzel und Horrorunterhaltung. Auf Grund der spärlichen, expliziten Gewalt sei der Film sogar Leuten empfohlen, die sonst eher empfindlich auf derartige Themen reagieren.

OT: Kristy DT: Kristy - Lauf um dein Leben VÖ: 2014 Laufzeit: 86 Minuten Minuten FSK: 16 R: Olly Blackburn D: Ashley Greene, Haley Bennett, Lucas Till
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Christian

Bildquelle: Tiberius Film, Ascot Elite

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